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Stadtvertretung will weiter bauen : Suche nach weiterem Bauland

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertretung befürwortet Weiterbau am Pfahlweg und Erschließung auf Fischerweg-Sportplatz. Stopp für Plauer Chaussee.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 21:00 Uhr

Weiter Druck macht die Güstrower Stadtvertretung zur Bereitstellung von Grundstücken für potenzielle Häuslebauer. Mehrere grundsätzliche Beschlüsse sollen das Anliegen untermauern, einheimische Bauwillige in der Barlachstadt zu halten sowie aus dem Nachfrageboom in und um Rostock etwas abzuschöpfen.

Mit großer Mehrheit gaben sie Bürgermeister Arne Schuldt jetzt den konkreten Auftrag zu Verhandlungen mit dem Güstrower SC über Bedingungen zur Übergabe des Sportplatzes am Fischerweg. Bedenken kamen aus der SPD-Fraktion sowie von Gerhard Jacob (Freie Wähler). So möchte Jacob die mögliche Rückgabe des gepachteten Sportplatzes an die Stadt nicht allein aus fiskalischer Sicht betrachtet sehen. Nicht Einzelfälle sollten beurteilt werden, vielmehr sei ein Gesamtkonzept Sportplätze erforderlich. Eine angedachte Zentralisierung an der Speicherstraße sei dann sinnvoll, wenn Sportler und Zuschauer davon Verbesserungen hätten. Bürgermeister Schuldt sieht die Notwendigkeit eines Konzeptes nicht, auch dank der Sportschule habe Güstrow gute Bedingungen. Die 2,5 Millionen Euro, die der GSC als Kostenfaktor für die Erweiterung des Jahnstadions als Voraussetzung für den „Deal“ berechnet, sieht Schuldt als Maximalforderung. Mit auch nur 600  000 Euro könnten dem Verein an der Speicherstraße akzeptable Bedingungen geschaffen werden. Schuldt: „Lassen Sie mich doch verhandeln.“

Auf Ablehnung stieß dagegen der Vorschlag von Heiko Karmoll (CDU), die Plauer Chaussee als möglichen neuen Wohnstandort zu prüfen. Das gegenüber liegende Speedwaystadion als Lärmfaktor und die Beeinträchtigung der Sichtachse auf den Inselsee monierte Jens-Hagen Schwadt (Die Linke). Letzteres wäre für das Ansehen der Stadt sogar schädlich, hielt Gerhard Jacob dem Gedanken entgegen. Zudem würde so das Stadtgebiet ausgeweitet und an seinem Rand weiter zerfleddert werden, denkt Hartmut Reimann (SPD).


„Inselseeblick“: Widerstand angekündigt


Anders sieht es da schon in der Südstadt aus. Ohne Gegenstimme unterstrichen die Stadtvertreter ihren Willen zu einer Erweiterung des Neubaugebietes am Pfahlweg. Wenig beeindruckt hatte sie der Hinweis von Henning Stein in der Einwohnerfragestunde zuvor, dass es an der alten Gärtnerei am Pfahlweg Richtung Fischerweg sowie in Suckow am Kattenberg bereits ausgewiesene Bebauungsgebiete gäbe. Dagegen müsste einer Erweiterung des „Inselseeblicks“ erst umfangreiche Planung einschließlich Überarbeitung des Flächennutzungsplans vorausgehen. Henning Stein sprach für einige Bauherren, die ihr Häuschen für erhöhte Grundstückskosten an der Westkante des neuen Gebietes errichten und die bei einer Erweiterung eine beeinträchtigte Sicht hätten (SVZ berichtete).

Sascha Zimmermann (Grüne/FDP), in der Sitzordnung des Hauses ohnehin den Gästen am nächsten, wollte diesen ganz bewusst in die Augen schauen, wie er sagte: „Wir benötigen tatsächlich weitere Bauplätze. Und es sollte unsere politische Idee sein, dass dort etwas hinkommt. Wie das dann umgesetzt wird, müssten wir sehen.“

Dabei scheint die Frage, ob an besagter Stelle gebaut werden kann, längst beantwortet zu sein. Die Verwaltung habe schon erklärt, dass der Flächennutzungsplan an dieser Stelle in Richtung Baugebiet grundsätzlich geändert werden könne, bemerkte der Bürgermeister. Geprüft werden solle nun, ob die Stadt selbst erschließen und vermarkten oder die Sache für Investoren ausschreiben sollte. „Wir werden im Planungsverfahren unsere Einwände vorbringen“, kündigte Ulrike Hemp, ebenfalls Bauherrin an der Westkante, nach der Abstimmung schon Widerstand an.

Zielstellung der Stadt ist es, ständig einen Pool von 80 freien Bauplätzen vorzuhalten. Die Baufelder „Inselseeblick“ und Hengstkoppelweg sind nahezu ausgeschöpft. Auf weiteren erklärten Entwicklungsflächen wie Petershof, Kessinerstraße oder Stahlhof ist für wenigstens zwei Jahre kein „Land in Sicht“.

 

Neuigkeiten aus der Stadtvertretung: Ohm neuer Stadtpräsident

Nahezu einstimmig wurde der Rechtsanwalt Andreas Ohm (rechts, 44) zum neuen Stadtpräsidenten gewählt. Nur zwei Enthaltungen gab es. Torsten Renz (beide CDU)  ist am Donnerstagabend von seinem Amt zurückgetreten, da ihn seine neue Aufgabe als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Schweriner Landtag zu sehr beanspruche. Symbolisch übergab Renz seinem Nachfolger die Ordnungsrufglocke, die er als Leiter von 15 Sitzungen jedoch nie habe benutzen müssen. Andreas Ohm ist, mit einer Unterbrechung, das zehnte Jahr  in der Stadtvertretung. Er ist der sechste ehrenamtliche Präsident seit der Wende. 

 

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