Bilse-Institut Güstrow : Suche nach passendem Nachfolger

senior- und juniorchef im interview - daniel sadowski links und udo sadowski rechts

Für viele Firmen gestaltet sich die Unternehmensnachfolge schwierig - Beim Schrott- und Baustoffhandel Sadowski bleibt alles in Familie

svz.de von
08. März 2016, 05:00 Uhr

Für Unternehmer Udo Sadowski, ehemaliger Geschäftsführer des Schrott- und Baustoffhandels (SBH) in Lohmen, ist alles nach Plan verlaufen. Der heute 68-Jährige hatte 1992 mit acht Mitarbeitern sein Unternehmen gegründet. Nach und nach wuchs die Firma und etablierte sich. Doch dann nahte Sadowskis Ruhestand und die Unternehmensnachfolge wurde immer dringender. Ein Thema, das derzeit in vielen Unternehmen ansteht. „Ich habe einfach bei meinen Söhnen nachgefragt“, erzählt er. Sein Sohn Daniel, heute 40 Jahre alt, war bereit dazu. Für Udo Sadowski ein großes Glück.

Daniel Sadowski absolvierte eine betriebswirtschaftliche Ausbildung in einem anderen Transportunternehmen. „Ich habe dann bewusst in verschiedenen Bereichen gearbeitet, um meinen Horizont zu erweitern“, sagt der Juniorchef. Nach etwa fünf Jahren war es so weit, dass Udo Sadowski langsam kürzer treten wollte und Sohn Daniel kam ins Unternehmen, das er seit nunmehr drei Jahren selbst führt.

Eine solche Konstellation wünschen sich viele Unternehmer. Doch längst nicht überall sind die Kinder gewillt, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Das wurde in einer Veranstaltung des Unternehmerverbandes deutlich, die jetzt im Güstrower Bilse-Institut angeboten wurde. Wer soll das Unternehmen weiter führen, wenn der Chef in den Ruhestand geht? Woher bekomme ich einen passenden Nachfolger? Michael Henkenjohann, der im Arbeitskreis Unternehmensnachfolge mitarbeitet, sieht großen Bedarf an Information zu diesem Thema. „Wir wissen, dass die Bereitschaft von Kindern von Unternehmern, das elterliche Unternehmen weiter zu führen, nachgelassen hat“, sagt er. Nur noch etwa 40 Prozent von Unternehmen würden an Kinder weitergegeben. Genau darum würden viele Geschäftsinhaber nach Nachfolgern auf anderem Wege suchen. „Wir suchen nach Lösungsansätzen, nach Beratungsangeboten, um den Unternehmern bei der Suche nach anderen Wegen zu unterstützen“, so Michael Henkenjohann. Auch spiele eine Rolle, dass vor 25 Jahren zahlreiche Unternehmen gegründet wurden, deren Geschäftsführer zumeist das Rentenalter erreicht hätten oder bald erreichen würden.

Die knapp 50 Teilnehmer erfuhren, was sie in steuerrechtlicher Hinsicht beachten müssen, wenn es um die Unternehmensnachfolge geht. Auch wurde beleuchtet, wie der Wert eines Unternehmens zu ermitteln ist oder wie der Nachfolgeprozess gestaltet werden kann, wenn sich dieser nicht in der Familie andeutet. Für Manfred Smrsch waren diese Informationen sehr interessant. „Derzeit steht zwar ein Wechsel noch nicht an, aber ich möchte mich informieren bevor es so weit ist“, sag der Güstrower Unternehmer. Ilona Meiers Resümee, sie ist kaufmännische Leiterin von Stihl-Dienst Günter Meier in Güstrow, fiel ebenso positiv aus. „Wir möchten unser Unternehmen in den nächsten Jahren übergeben und da war es sehr interessant die Frage zu klären, wie ich einen passenden Nachfolger finde“, erklärt sie.  


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