Planungsverband Region Rostock : Stürmische Zeiten für Windräder

Abenddämmerung oder Morgengrauen für Windräder?
Abenddämmerung oder Morgengrauen für Windräder?

Planungsverband Region Rostock diskutiert am Mittwoch über Ausweisung neuer Eignungsgebiete für Windkraftanlagen

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14. März 2015, 06:00 Uhr

Nächste Etappe bei der Ausweisung neuer Eignungsgebiete für Windkraftanlagen im Territorium des Planungsverbandes Region Rostock. Eine vorläufige Auswertung der knapp 300 beim Verband eingegangenen Stellungnahmen erfolgt auf der öffentlichen Sitzung des Planungsverbandes am Mittwoch, 18. März, 17 Uhr, im Kreishaus, Am Wall 3-5 in Güstrow. 17 Flächen, die neu hinzu kommen oder erweitert werden könnten, stehen zur Diskussion. In der Region Güstrow betrifft das Gebiete bei Hoppenrade, Dehmen sowie Linstow/Groß Bäbelin.

„Zu allen Flächen gibt es Stellungnahmen meist von den direkt Betroffenen. Und immer noch gehen weitere Stellungnahmen ein“, berichtet Gerd Schäde. Deshalb gehe es um eine vorläufige Auswertung, erklärt der Leiter der Geschäftsstelle des Planungsverbandes Region Rostock. Diese solle richtungsweisend sein. Hinter den knapp 300 Stellungnahmen, denen mitunter Unterschriftensammlungen hinzu gefügt sind, würden bis zu 3000 Menschen stehen.

Die vorrangigen Probleme macht Schäde u.a. bei der Verdichtung von Windkraftparks wie beispielsweise zwischen Bützow und Satow aus. „Aus diesem Bereich liegen uns auch die meisten Stellungnahmen vor“, betont der Verbandsgeschäftsführer. Hier können nach dem jetzigen Entwurf nochmals vier Windräder aufgestellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Artenschutz. Außerdem benennt Schäde neue Erkenntnisse im Bereich der Flugsicherung. Anders als in der Vergangenheit würden sich doch auch im Umfeld des Laager Flugplatzes Möglichkeiten ergeben. „Wir führen noch Gespräche mit den Luftfahrtbehörden“, sagt Schäde und kündigt an, dass zum Ende des Jahres mit einem Beschluss zur Ausweisung von weiteren Windenergie-Eignungsflächen zu rechnen sei.


17 neue Gebiete werden kaum überleben


Schäde ist sich dabei ziemlich sicher, dass nicht alle der 17 jetzt vorgeschlagenen Gebiete „überleben“ werden. Mit Rücksicht auf den Artenschutz und auf Siedlungsstrukturen werde es Veränderungen in der Größe und im Zuschnitt der Gebiete geben, kündigt Schäde an, ohne vor der Verbandsversammlung konkreter werden zu wollen. Außerdem kündigt Schäde ein Nachbeteilungsverfahren an, dass Befürwortern und Gegnern nochmals die Möglichkeit gibt sich zu äußern. „Anfang 2016 wollen wir das Fachkapitel Energie im Schweriner Ministerium einreichen“, informiert der Verbandsgeschäftsführer weiter. Ziel sei es noch vor den Landtagswahlen im nächsten Jahr eine Genehmigung aus Schwerin zu bekommen.


Bisher keine Klagen im Verbandsgebiet


Das neueste Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Greifswald, das die bisher im Raumentwicklungsprogramm für Vorpommern festgeschriebenen Windeignungsgebiete in dieser Woche für nichtig erklärte, bringt den Verbandsgeschäftsführer nicht aus der Ruhe. „Ich bin der Meinung, dass wir ein schlüssiges Planungskonzept haben“, betont Schäde. Das sei in Vorpommern nicht so gewesen. Bisher habe es im Verbandsgebiet keine Klagen gegeben. In der Konsequenz könne nach dem Urteil jeder Windanlagen errichten, wo er will, wenn sie denn den Anforderungen aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz entsprechen würden, stellt Schäde fest und sieht dabei eventuell sogar eine Chance auf dem Weg der Ausweisung neuer Eignungsgebiete im Raum des Planungsverbandes Region Rostock. Das könne dann auch aus der Sicht manches Gegners die bessere, weniger schmerzhafte Variante sein, denkt Schäde.


Bedenken: Umgang mit alten Eignungsflächen


Zur Diskussion steht am Mittwoch außerdem der Umgang mit den Eignungsgebieten von 1999. Diese seien zum Teil in die Jahre gekommen. Es sei künftig mit Repoweringanträgen zu rechnen, macht Schäde aufmerksam. Dabei werde man mit dem Begehren kleinere durch größere Anlagen zu ersetzen konfrontiert werden. Dabei sei zu bedenken, dass sich die Abstandsflächen verändert haben – 1000 Meter bei einer geschlossenen Bebauung (zuvor 500 Meter), 800 Meter bei einem Einzelgehöft (300 Meter). Schon jetzt sei abzusehen, dass dies in den 18 Eignungsgebieten von 1999 zu einer Verringerung der Windräder führen würde. Dies könnte in sehr verdichteten Gebieten für etwas Entspannung sorgen, denkt Schäde. 

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