Tag des offenen Denkmals : Stück Familiengeschichte erhalten

Für die Sanierung des Hofgebäudes in der Baustraße 14a, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, erhielt Christina Czymay den Bauherrenpreis.
1 von 2
Für die Sanierung des Hofgebäudes in der Baustraße 14a, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, erhielt Christina Czymay den Bauherrenpreis.

Bauherrenpreis des Jahres geht an Christina Czymay für die Sanierung des Hofgebäudes in der Baustraße 14a.

svz.de von
14. September 2015, 06:18 Uhr

Der Bauherrenpreis der Barlachstadt Güstrow geht in diesem Jahr an eine Bauherrin. Christina Czymay erhielt die Auszeichnung für die Sanierung des Hofgebäudes in der Baustraße 14a. Zur gestrigen Auftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals überreichten Stadträtin Jane Weber die Urkunde und Nicole Koepcke den mit 1000 Euro dotierten Scheck der Volks- und Raiffeisenbank an die Siegerin des Wettbewerbs.

Mit der Sanierung des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes ist die in Berlin lebende Bauherrin „mit einem Bein“ wieder in ihre Geburtsstadt zurückgekehrt. „Mein Urgroßvater hat in der Baustraße ein Bauunternehmen aufgebaut. Dafür kaufte er sich ein Grundstück, errichtete an der Straße ein Mietshaus und im Innenhof die Werkstatt mit einem Stall für diverse Haustiere“, erzählt Christina Czymay.

Die ebenfalls im Innenhof befindlichen Schuppen wurden inzwischen abgerissen, aber der zweigeschossige Backsteinbau des Wirtschaftsgebäudes blieb erhalten. „Aber die Immobilie stand leer und war lange ungenutzt“, erinnert sich Czymay, die beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Berlin arbeitet. Also betrieb sie zunächst die Eintragung des für die Familie wichtigen Tischlereigebäudes in die Denkmalliste und begann anschließend mit dem Umbau zu einem attraktiven Wohnhaus für die Eigennutzung. „Ich wollte keinen modernen Neubau in alter Hülle schaffen, sondern das Haus modernisieren, aber dabei so viel wie möglich überkommene Denkmalsubstanz erhalten“, erzählt sie. Das habe manche Diskussion mit den Handwerkern zur Folge gehabt, schmunzelt sie. Andererseits habe sie während der Sanierung eine Vielzahl praktischer Erfahrungen gesammelt, was zu erhalten möglich sei und was nicht.

Beworben für den Bauherrenpreis hatten sich in diesem Jahr lediglich drei Bauherren. Die Jury sprach für Karl-Christian Lierow für die Instandsetzung der Hirtenstraße 8/9 sowie für Ulrich Bunnemann, der 2014 ein weiteres Gebäude im Komplex der Mühlenstraße 48 – Derzsches Haus – saniert hatte, je eine Anerkennung aus.

Dass der Jury nur drei Objekte zur Beurteilung vorgelegen hätten, täusche ein wenig über das tatsächliche Baugeschehen in der Innenstadt, beeilte sich Jane Weber zu sagen. „Das kann im nächsten Jahr schon wieder ganz anders aussehen“, versicherte sie und nannte Beispiele, wo überall mit Bauarbeiten begonnen wurde oder demnächst wird. So liefen erste Gespräche zwischen dem neuen Eigentümer von Markt 29 und 30 und der Denkmalbehörde zum Wiederaufbau des Ensembles. Einen Eigentümerwechsel habe es auch bei der ehemaligen Gaststätte „Zur Traube“ gegeben; auch dort gäbe es Gespräche, versicherte die Stadträtin. „Es muss aber überall einige Zeit für die Planung, die Bauvorbereitung und für die Finanzierungssicherung aufgebracht werden, damit die Vorhaben gelingen“, erklärte Weber.

Im Anschluss an die Preisverleihung nutzen viele Gäste die Gelegenheit hinter die Fassaden der Güstrower Denkmale zu blicken. Und Busfahrer André Memmo lud zu einer nostalgischen Fahrt mit dem DDR-Reisebus Ikarus 55 durch die Barlachstadt ein. „Ich selbst bin mit dem Bus einst zum Schwimmen gefahren“, erinnert sich Memmo.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen