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Güstrower Anzeiger

17. Oktober 2017 | 04:04 Uhr

Berufsorientierung : Studenten auf Probe

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Zehntklässler lernen viel über die Möglichkeiten nach dem Abitur und nehmen auch an Vorlesungen teil.

Bis in die späte Nacht feiern, trinken, tanzen, wilde WG-Partys besuchen und am nächsten Morgen verkatert und übermüdet in der Vorlesung sitzen. Ein weit verbreitetes Klischee, das so manch ein Student vielleicht sogar erfüllen mag. Doch auch wenn die meisten Jugendlichen bereits eine ungefähre Vorstellung vom Studentenleben haben, so stellt sich doch jedem angehenden Abiturienten irgendwann die Frage: Ist mein gewünschter Studiengang der richtige für mich? Reichen meine Leistungen dafür aus? Welche Uni ist die Beste für mich? Will ich überhaupt studieren oder nicht lieber doch eine Ausbildung machen?

Im Rahmen der Projekttage am John-Brinckman-Gymnasium in Güstrow hatten die Zehntklässler in dieser Woche die Möglichkeit, einen Tag an der Universität in Rostock zu verbringen. Im „Grünen Ungeheuer“ in der Rostocker Parkstraße erhielten die Schüler durch eine Präsentation zweier Studentinnen einen Einblick in viele Bereiche des Studiums. So wurden sie beispielsweise über den Ablauf, das Bewerbungsverfahren und über Auslandssemester informiert. Des Weiteren wurde über Vorlesungen und Prüfungen gesprochen und die Schüler dürften brennende Fragen direkt stellen.

„Ich wollte mir einen besseren Überblick über das Studium an sich verschaffen“, sagt Jonas Reister. Der Sechzehnjährige sei sich unsicher, welche berufliche Richtung er nach seinem Abitur einschlagen wird und ob er überhaupt studieren möchte. Von dem Besuch an der Universität Rostock hat er sich vor allem erhofft, den Campus zu besichtigen, die Säle gezeigt zu bekommen und dass die einzelnen Studienfächer näher erklärt werden. „Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt“, stellt er klar.

Im Anschluss bot sich für die Zehntklässler aus Güstrow die einmalige Möglichkeit, eine Vorlesung zu besuchen. „Besonders an der Vorlesung hat mir das Thema gefallen“, meint Jonas Reister. „Es ging um Pädagogische Psychologie, insbesondere um Lernmotivation. Obwohl man einige Fachbegriffe nicht kannte, konnte ich der Professorin ziemlich gut folgen und das meiste gut verstehen.“ Der Projekttag hat ihn für ein Studium begeistern können: „Die Vorlesung hat mich zum ersten Mal dazu gebracht, mehr über ein Beruf im Bereich Psychologie nachzudenken“, erzählt Jonas. „Es war ziemlich interessant. Ich kann sehr gut mit Kindern umgehen, vielleicht kommt für mich ja ein Lehramtsstudium in Frage“, überlegt er.

Doch nach Rostock zu fahren war nicht das einzige Angebot für die Zehntklässler. Während der Projekttage werden allerlei interessante Kurse angeboten. „Wir waren am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Universität Greifswald“, berichten Julia Brocks und Nele Lübars. „Mich hat dieser Kurs sehr angesprochen, da ich mich vor allem für naturwissenschaftliche Studiengänge interessiere“, sagt Julia. Nele hingegen spielt bereits seit längerer Zeit mit dem Gedanken, Event- oder Tourismusmanagement zu studieren, hoffte jedoch durch die Projekttage eine mögliche Alternative vorgeschlagen zu bekommen. „Wir wurden umfassend über das NC-Verfahren, die Bewerbung, die Vorteile eines Studiums und die Universität Greifswald informiert“, erinnert sich die Zehntklässlerin. „Allerdings war es mehr auf das Studieren an sich, als auf die einzelnen Studiengänge ausgerichtet“, bedauert ihre Freundin Julia. Daher hat den beiden die Präsentation der Fachhochschule des Mittelstandes aus Schwerin besser gefallen.

„Meine Erwartungen wurden übertroffen! Es war total interessant und echt gut gemacht“, schwärmt sie. Nele ergänzt: „Sie hatten eine großartige Powerpoint-Präsentation, es gab mehr Anregungen und es wurde mehr auf die einzelnen Studiengänge eingegangen.“ Julia und Nele fahren ebenfalls noch nach Rostock und besuchen Kurse über ein Duales Studium und eine Veranstaltung des KMG-Klinikums. „Bisher hat mir die Fachhochschule des Mittelstandes aber am besten gefallen“, betont Nele.

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