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Stadtwerke Güstrow : Strompreis steigt - der Staat ist schuld

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Der Staat greift Kunden ins Portmonee. Das sagt der Güstrower Stadtwerke-Geschäftsführer Edgar Föniger zur Strompreiserhöhung im kommenden Jahr. Die Mehrkosten entstehen durch Änderungen der Umlagen, Abgaben und Steuern.

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erstellt am 21.Dez.2012 | 06:04 Uhr

Güstrow | Die Stadtwerke Güstrow GmbH erhöhen im kommenden Jahr den Strompreis. Geschäftsführer Edgar Föniger schiebt aber dem Staat die Schuld zu. Er sagt: "Der Ärger über die kommende Strompreiserhöhung ist verständlich. Doch viele Kunden, wissen nicht, dass die aktuellen Mehrkosten durch staatlich veranlasste Änderungen der Umlagen, Abgaben und Steuern entstehen. So auch bei den Stadtwerken Güstrow." Und Föniger stellt in einer Mitteilung an unsere Zeitung weiter klar: "Mit unseren Stromissimo-Produkten bieten wir den Güstrowern faire Tarife und hätten den Kunden gern eine Strompreiserhöhung erspart." Der Preis für die Energie habe sich nicht erhöht, aber der mache nicht mal mehr ein Viertel des Gesamtpreises aus, den der Kunde am Ende bezahlen müsse, erklärt der Geschäftsführer. Föniger: "Wir sind sozusagen zu einem Inkassounternehmen des Staates geworden, indem wir bei den Endverbrauchern die Steuern und Umlagen ,eintreiben’ müssen."

Das sei für einen "Otto-Normal-Stromverbraucher" natürlich schwer zu verstehen, denn entscheidend sei für ihn nur, was am Ende auf der Abrechnung steht, ist sich Föniger im Klaren. Doch wer hat schuld an den gestiegenen Preisen? Natürlich würden die Kunden erst einmal mit dem Finger auf den jeweiligen Energieversorger zeigen, so der Stadtwerke-Chef, doch der könne im seltensten Fall etwas dafür. Föniger verweist auf gestiegne Umlagen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage), den Aufschlag für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Aufschlag) und die Paragraf-19-StromNEV-Umlage. Die müssen Kleinverbraucher zahlen, damit energieintensive Unternehmen von den Netzentgelten befreit werden können. Föniger: "Damit treiben die die Netzentgelte des jeweiligen Netzbetreibers in die Höhe."

Zusätzlich wird es ab 2013 eine neue Umlage geben, die "Offshore-Haftungsumlage". "Über diese Umlage werden Verbraucher an den Kosten für den Anschluss von Windparks in Nord- und Ostsee beteiligt. Die Kosten ergeben sich aus Schadenersatzzahlungen bei Netzanbindungsproblemen", erklärt der kommunale Energieexperte.

Einzig gleich geblieben seien die Stromsteuer und die Konzessionsabgabe, welche jedoch einen nicht allzu großen Anteil am Strompreis haben. Kein Wunder, dass bei diesem "Umlagen-Dschungel" niemand mehr richtig durchsehe, teilt Föniger weiter aus.

Jedoch gibt es von den Stadtwerken auch noch eine positive Meldung. "Unsere Kunden, welche sich noch in unserem Grundversorgungstarif (GVV) befinden, werden zwei Monate von der Preiserhöhung verschont. Da legen wir die Kosten erst zum 1. März 2013 um. Selbstverständlich werden sie rechtzeitig ein Anschreiben von uns erhalten", betont Edgar Föniger. Weiterhin empfiehlt er: "Wir bieten natürlich allen Grund versorgten Kunden gern auch den Wechsel in einen günstigeren Tarif an."

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