Güstrower klagt über platte Reifen im Winter : Streugut zerstört Fahrradreifen

<fettakgl>Siegfried Zeden (r.)</fettakgl> und Heinz Stahl begutachten den Plattfuß am Rad von Zedens Ehefrau Edeltraut. Beide Männer führen den Schaden auf das spitze Streugut zurück, das bei Eis und Schnee von vielen verwendet wird. <foto>Anne Schwartz</foto>
Siegfried Zeden (r.) und Heinz Stahl begutachten den Plattfuß am Rad von Zedens Ehefrau Edeltraut. Beide Männer führen den Schaden auf das spitze Streugut zurück, das bei Eis und Schnee von vielen verwendet wird. Anne Schwartz

Der Güstrower Siegfried Zeden ist verärgert: Er klagt über zahlreiche platte Reifen im Winter. Spitzes, scharfkantiges Streugut wird als Ursache gesehen. Jegliche Schuld von sich weist jedoch der Güstrower Stadtbauhof.

svz.de von
02. Januar 2013, 06:46 Uhr

Güstrow | Unser Leser Siegfried Zeden aus Güstrow ist verärgert: Nachdem der Schnee des ersten Wintereinbruchs im Dezember mittlerweile gewichen ist, klagt der Güstrower vermehrt über platte Reifen. "Allein im Dezember hatten meine Tochter, der Enkelsohn und auch meine Frau einen Plattfuß an ihren Fahrrädern", klagt der Rentner.

Deshalb begab sich Siegfried Zeden auf eine gemeinsame Ursachenforschung mit dem Güstrower Fahrradhändler Heinz Stahl, der vor allem in den Wintermonaten eine vermehrte Anzahl von Kunden mit platten Reifen ausgemacht hat. "Immer wieder ziehe ich dann scharfkantiges Granulat, das viele Hauseigentümer bei Glätte zum Streuen nutzen, aus den Fahrraddecken", spricht Stahl ais eigener Erfahrung. "Kurz vor Weihnachten hatte ich an einem einzige Tag sogar drei solcher Fälle", sagt er. Für unseren Leser Siegfried Zeden ein Unding: "Den Hauseigentümern, die mit dem Streuen nur ihrer Pflicht nachkommen, mache ich ja gar keinen Vorwurf. Aber wie kann man denn ein Streumaterial herstellen und auf die Straßen bringen, das Dritte in Mitleidenschaft zieht und die Räder zahlreicher Bürger beschädigt", macht Zeden seinem Ärger Luft.

Auch Roger Karrasch, Inhaber des gleichnamigen Güstrower Radhauses, bestätigt die Problematik des Streugutes. "Da die Qualität der Bereifung bei vielen Rädern nicht gut ist, kann man sich im Winter durchaus mal einen Plattfuß einhandeln", unterstreicht er. Handlungsbedarf sieht Karrasch vor allem bei jenem Billigsplit, dessen Ecken scharfkantig und nicht abgerundet sind. "Die Schuld aber nur auf den Split zu schieben wäre falsch", schränkt Roger Karrasch ein, "denn vor allem in der Altstadt ist auch oft Glas der Grund für beschädigte Fahrradreifen", betont der Güstrower, der gute Erfahrungen mit den so genannten unkaputtbaren Schläuchen gemacht hat. "Diese verkaufen wir mittlerweile sogar mehr als die herkömmlichen Modelle", sagt er.

Diesen Vorteil kann auch Radhändler Axel Kuhse keineswegs von der Hand weisen, wenngleich er die Problematik des Rollsplits weniger dramatisch sieht. "Klar gibt es den einen oder anderen platten Reifen mehr, aber irgendwas muss man ja streuen. Salz ist ja schließlich nicht mehr erlaubt", so der Güstrower Einzelhändler. Gerade in der Güstrower Altstadt sei diese Problematik altbekannt, was Kuhse aber weniger auf das Streugut schiebt. "Vielmehr sind zahlreiche Scherben und spitze Steinchen, die sich in den Fugen des Altstadtpflasters befinden, dafür verantwortlich", formuliert er seine eigene Ansicht.

Jegliche Schuld von sich weist hingegen der Güstrower Stadtbauhof. "Wir verwenden nur Kies, da müssen sich die Betroffenen schon an die jeweiligen Hauseigentümer wenden", sagt Leiter Hans-Peter Schröder. "Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das Streugut dafür verantwortlich ist", sagt er.


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