Lebensmittelüberwachung : Strenge Kontrollen und rigoroses Durchgreifen

Die Marktfleischerei in Güstrow von Frank Dankert wurde im vergangenen Jahr vier Mal kontrolliert.
Die Marktfleischerei in Güstrow von Frank Dankert wurde im vergangenen Jahr vier Mal kontrolliert.

Lebensmittelüberwachung des Landkreises kontrollierte vergangenes Jahr 1545 Betriebe / Eine Schließung wegen Hygienemängeln

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03. Februar 2014, 06:00 Uhr

Sie kommen immer überraschend, melden sich nie an – die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung des Landkreises. 2654 Betriebe müssen sie kreisweit überwachen, damit alles seine Ordnung hat und sauber ist. Dazu gehören nicht nur Gaststätten, Hotels, Imbissstände, Fleischereien und Bäckereien, sondern auch Supermärkte sowie sämtliche Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten. „Die Kontrollen sind streng und wenn es Beanstandungen gibt ist die Lebensmittelüberwachung rigoros“, weiß Frank Dankert, der zwei Fleischereien in Güstrow und Bützow besitzt.

Vier Kontrollen gab es im vergangenen Jahr allein in seiner Marktfleischerei in Güstrow. Davon zwei so genannte Produktkontrollen, bei denen Fleischproben genommen werden, und zwei Hygienekontrollen. „Man bekommt die Ergebnisse nur, wenn etwas nicht in Ordnung ist“, sagt Dankert. Alles werde kontrolliert, z.B. die Gesundheitsausweise der Mitarbeiter und auch die Sauberkeit und die Temperatur in den Kühlräumen. „Wir müssen für jeden Tag die Temperatur nachweisen können“, erklärt Dankert. Darüber werde akribisch Buch geführt.

Beanstandungen gebe es immer mal wieder, auch in Dankerts Fleischereien. Allerdings eher kleinere, wie zuletzt die Aufforderung, den Hackklotz mit wasserfesten Beschlägen an den Beinen zu versehen. „Dann gibt es auch Nachkontrollen“, sagt der 48-Jährige. Doch Dankert ist darüber nicht böse: „Wir freuen uns, wenn die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung kommen. Denn sie sehen oft Dinge, die uns nicht auffallen.“ Die Kontrollen seien wirklich gut. Zudem würden die Kontrolleure häufig wechseln, um „Betriebsblindheit“ auszuschließen. „Das ist gut so“, sagt Frank Dankert.

Ein Betrieb, der rohes Fleisch verarbeitet, hat natürlich ein höheres Produktrisiko als ein Getränkehandel und wird dementsprechend auch häufiger kontrolliert. Insgesamt gab es 2013 im Landkreis 2379 planmäßige und außerplanmäßige Kontrollen in 1545 Betrieben. Wie Landrat Sebastian Constien jüngst berichtete, gab es dabei in 895 Betrieben Beanstandungen. „Das Spektrum der 1380 daraufhin vom Landkreis eingeleiteten Maßnahmen reichte von allgemeinen Hinweisen und Belehrungen bis zu 794 Ordnungsverfügungen und zwei Strafanzeigen“, zählt Constien auf. In einem Fall sei sogar aufgrund schwerer Hygienemängel eine Betriebsschließung notwendig gewesen.

Insgesamt nahm die Lebensmittelüberwachung im vergangenen Jahr 1026 Lebensmittelproben. Davon mussten 124 beanstandet werden, die Mehrzahl wegen Kennzeichnungsfehlern und 14 wegen mikrobieller Verunreinigungen. „Erfreulich ist“, so Constien, „dass keine Verunreinigungen durch Salmonellen festgestellt wurden und auch keine Fälle von Lebensmittelvergiftungen aufgetreten sind.“

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