Ziddorf: Zukunft der Kulturstätte ungewiss : Streit um Wert der alten Wassermühle

<fettakgl>Was wird aus der Wassermühle in Ziddorf?</fettakgl> Die Gemeinde will verkaufen, der Verein will kaufen und doch kommt man nicht zusammen. Streitpunkt ist der Kaufpreis für das kulturelle Veranstaltungszentrum.<foto>Archiv</foto>
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Was wird aus der Wassermühle in Ziddorf? Die Gemeinde will verkaufen, der Verein will kaufen und doch kommt man nicht zusammen. Streitpunkt ist der Kaufpreis für das kulturelle Veranstaltungszentrum.Archiv

Was wird aus der Wassermühle in Ziddorf? Das auch den Güstrowern als ein Ort von Kunst und Kultur bekannte Kleinod an der B 108 zwischen Teterow und Waren soll verkauft werden. Im Januar 2014 endet der Pachtvertrag.

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08. Oktober 2013, 06:15 Uhr

Ziddorf | Was wird aus der Wassermühle in Ziddorf? Das auch den Güstrowern als ein Ort von Kunst und Kultur bekannte Kleinod an der B 108 zwischen Teterow und Waren soll verkauft werden. Doch der dort seit fast 20 Jahren ansässige Verein und die Gemeinde Dahmen kommen nicht auf einen Nenner. Im Januar 2014 endet der Pachtvertrag. "Was kommt danach?", fragt sich Vereinsvorsitzende Susanne Conrath.

Als man schon im vergangenen Jahr über eine Pachtverlängerung reden wollte, hatte die Gemeinde einen Verkauf ins Gespräch gebracht, berichtet die Vereinsvorsitzende. "Einen Verkauf an den Verein haben wir favorisiert", sagt auch Bürgermeister Gerald Klick. Dann aber seien die Verhandlungen ins Stocken geraten, meint Susanne Conrath. Die Gemeinde wolle 80 000 Euro haben. Ein Wertgutachten datiert Gebäude und Grundstück allerdings auf 30 000 Euro. Allerlei Verrenkungen seien notwendig gewesen, um überhaupt an dieses Gutachten zu kommen, so Conrath. Der Verein habe 40 000 Euro geboten. Man müsse für den Kauf einen Finanzier finden. Außerdem spricht sie von einem Investitionsstau. Etwa 250 000 Euro müssten eher kurz- als langfristig in das Gebäude gesteckt werden. Die Vereinsvorsitzende vermutet, dass die Gemeinde vielleicht nun doch einen anderen Interessenten im Blick habe. "Dann soll man uns das ins Gesicht sagen", fordert Conrath und weiß wohl, dass Verein und Gemeinde schon manchen Strauß ausgefochten haben.

Auf SVZ-Nachfrage tat Bürgermeister Klick den Gedanken an einen anderen Interessenten als Spekulation ab. Richtig sei, dass es das Wertgutachten über 30 000 Euro gebe. Das aber erscheine der Gemeinde viel zu wenig zu sein. Man habe, wenn auch nur mündlich, ein zweites Gutachten eingeholt, informiert der Bürgermeister. Es gehe aus seiner Sicht allein ums Geld. Auf der morgigen Gemeindevertretersitzung komme das Thema auf den Tisch. Entweder man verhandele weiter mit dem Verein "Wassermühle Ziddorf" oder man schreibe das Objekt aus und suche einen anderen Interessenten. "Das entscheidet die Gemeindevertretung", betont der Bürgermeister. Finde man bis Januar keinen Käufer, werde man gegebenenfalls "auch wieder über eine Pachtgeschichte reden" müssen.

Die denkmalgeschützte Wassermühle wurde 1866 vom Grafen Rudolf von Bassewitz als Getreidemühle errichtet und arbeitete bis 1956 mit Wasserkraft. Wasserrad und die Mühlentechnik sind vollständig und zum großen Teil im Original erhalten. Oberstes Vereinsziel sei der Erhalt der Wassermühle, betont Conrath. Daneben biete man Raum für Kunst und Kultur. Sie selbst betreibt eine Gaststätte in dem Haus.

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