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Güstrower helfen Bedürftigen in der Ukraine : Streicheleinheiten für den gelähmten Wolodja

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Eine Güstrower Delegation hilft in der ukrainischen Region Ivano-Frankivsk bedürftigen und kranken Menschen. Seit 1995 unternehmen die Hilfsbereiten regelmäßige Fahrten und besuchen ihre Schützlinge.

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erstellt am 11.Jun.2013 | 07:22 Uhr

Iwano-Frankivsk | Station 1: Gerd Philpp streichelt Wolodja übers Haar. Der Junge ist gelähmt und liegt in einem Spezialbett, das der Steinhagener, der in Güstrow ein Sanitätshaus hat, in der Güstrower Ukraine-Hilfe gespendet hat. Am Wochenende konnte er sich davon überzeugen, dass das Bett gut im Kinderheim Otinija angekommen ist.

Station 2: In der Kreisstadt Kolomyja der Region Ivano-Frankivsk gibt es ebenfalls nur zufriedene Gesichter. Tamara und Wolfgang Schumann aus Dresden, die seit der ersten Ukraine-Tour 1995 die Güs trower begleiten, werden durch das Kreiskrankenhaus geführt. Es wird seit 2004 saniert. Besonders stark macht sich dafür Landrat Michael Negritsch. Die Schumanns sehen, dass die 240 Krankenbetten und 182 Nachttische, die sie in den vergangenen Monaten in Deutschland zusammen gesammelt haben, am richtigen Ort angekommen sind. Und es ist weiterer Bedarf da.

Station 3: Auch im Altenheim Kovalivka gibt es eine frohe Botschaft. Peter Schmidt, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes, geht zu Roman. Der heute 30-Jährige war beim Besuch der Güstrower 2011 gerade als akuter Notfall ins Heim eingeliefert worden. Nach einem Sturz von einem Baum war er gelähmt und brauchte dringend ein Spezialbett und einen Rollstuhl. Schon 14 Tage später war beides in Kovalivka. Roman geht es schon besser. Er macht seine ersten Stehversuche. Gerd Philipp reagierte umgehend und entschied: Roman erhält einen Geh-Trainer. Philipp: "Roman hat nur einen Wunsch, wieder gehen zu können, dabei will ich helfen."

Station 4: Pogonja. Für das dortige psycho-neurologische Wohnheim für Frauen hatten die Güstrower 2011 einen Kleinbus gekauft. Leiter Michael Ferstaj bestätigt, dass der Bus unabkömmlich und eine große Hilfe ist. Kranke werden damit gefahren und der Chor zu Auftritten in der gesamten Region. Das Heim in Pogonja hat damit etwas Besonders, denn die staatlichen Hilfen für solche Heime wie sie die Güs trower bis Montag besuchten, sind begrenzt. Daher ist die Ukraine auch dabei, seit zwei Jahren das Gesundheitssystem zu reformieren. Ludmila Nepijwoda, stellvertretende Direktorin für soziale Politik im Gebiet Ivano-Frankivsk: "Wir wollen, dass auch gesellschaftliche Organisationen, so sagen wir dazu, ähnlich wie die Awo solche Einrichtungen privat betreiben."

In der Hilfe zwischen Güstrow und Ivano-Frankivsk geht es aber auch weiter um den Erfahrungsaustausch. Peter Schmidt: "In Deutschland sind ja auch längst nicht alle Probleme auf dem Gebiet geklärt." Vor allem steht die Unterstützung aber für das, was Tamara Schumann so ausdrückt: "Es sind die Liebe zum Menschen und der Wille, Bedürftigen zu helfen, was uns wieder in die Ukraine führen wird."

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