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Güstrower Anzeiger

22. September 2017 | 15:21 Uhr

Dolgen am See : Straßenbau muss warten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Finanzieller Schnitt für die Gemeinde Dolgen am See – Investitionen erst wieder 2018/19.

von
erstellt am 06.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die Mitglieder der Gemeindevertretung Dolgen am See müssen noch einmal ran. Sie stellten den Beschluss über den Haushalt 2017 auf ihrer jüngsten Sitzung zurück. Bevor das Zahlenwerk am 28. Februar noch einmal auf den Tisch kommt, muss drastisch gestrichen werden. Damit ein Defizit im Ergebnishaushalt nicht auf Ewigkeit mitgeschleppt und noch vergrößert wird, hat Kämmerin Diana Schmechel den Gemeindevertretern klargemacht, dass ein Schnitt notwendig ist, um die Finanzkraft der Gemeinde für die nächsten Jahre sicherzustellen.

Die Investitionen für dieses Jahr sind gestrichen. „Wir werden nur planen“, sagt Bürgermeister Eckhard Borrmann und fügt hinzu: „Wir haben Geld auf der hohen Kante, aber wir dürfen das nicht zum Ausgleich des Ergebnishaushaltes einsetzen. Das verstehe, wer will.“ Er sieht die Gemeinden mit dem vor wenigen Jahren eingeführten kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen – doppelte Haushaltsführung, Stichwort Doppik – gegängelt und irgendwann dazu gezwungen größere Einheiten zu bilden. „Wir wollen nicht fusionieren“, betont Borrmann.

Die Kämmerin vom Amt Laage bestätigt die relativ hohe Liquidität der Gemeinde Dolgen am See mit rund 800 000 Euro. Diese aber dürfe nur zum Ausgleich des Finanzhaushaltes, nicht aber des Ergebnishaushaltes eingesetzt werden. 294 000 Euro mussten Ende vergangenen Jahres noch ausgeglichen werden. Deshalb sei man mit der Gemeinde überein gekommen, dass auf keinen Fall mehr etwas dazu kommt, sondern die Summe von nun an abgebaut wird. Die sei möglich, wenn die Gemeinde mehr Erträge erwirtschaftet. „Gewinn neutralisiert den Verlustvortrag“, erklärt Schmechel.

Gemeindevertreter, Bürgermeister und Kämmerei beäugten in der vergangenen Woche noch einmal jeden Haushaltsposten. Ergebnis: Über Einsparungen könne ein Defizit 2017 von mehr als 60 000 Euro auf Null reduziert werden. Der neue Etat-Entwurf sieht vor, dass das Minus im Ergebnishaushalt bis zum Ende des Jahres auf 167 000 Euro reduziert wird.

Für die Gemeinde bedeutet das, dass weder der Gehweg in Striesdorf noch die Straße zwischen Groß Lantow und Dolgen am See erneuert werden können. „Wir werden beide Vorhaben planen und im Laufe des Jahres prüfen, ob wir Fördermittel dafür bekommen können“, berichtet Bürgermeister Borrmann. Hatte man zunächst angedacht, die Straße nach Dolgen Stück für Stück in Angriff zunehmen, solle nun insgesamt geplant werden. „Bauen werden wir frühestens 2018 oder 2019“, stellt Borrmann in Aussicht. Nicht sparen wolle die Gemeinden bei den sogenannten freiwilligen Ausgaben, u.a. Unterstützungen für Vereine oder Seniorenarbeit. Die hätte man in den vergangenen Jahren schon auf ein Minimum heruntergefahren, so Borrmann.

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