Ausbau L 204 : Straßenausbau: Klarheit über Wie, aber…

Ab Brücke Wadehäng  soll die Landesstraße bis Dobbin neu gebaut werden. Seit 20 Jahren fordert die Stadt Krakow am See vehement den Ausbau, vor allem aber auch einen Radweg.
Ab Brücke Wadehäng soll die Landesstraße bis Dobbin neu gebaut werden. Seit 20 Jahren fordert die Stadt Krakow am See vehement den Ausbau, vor allem aber auch einen Radweg.

L204 Wadehäng – Abzweig Dobbin: Planfeststellungsverfahren beendet - Bürgermeister Geistert kritisiert: Für Radfahrer noch keine Lösung.

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30. November 2017, 05:00 Uhr

Seit mindestens zwei Jahrzehnten fordert Krakow am See den Ausbau der Landesstraße 204. Immer schwerer fällt es dem veralteten, unterdimensionierten Baukörper, zunehmenden Verkehr – durchschnittlich täglich rund 1700 Kraftfahrzeuge – auf dieser überregional wichtigen Verbindung über Linstow und Hohen Wangelin in Richtung Autobahn 19 und Malchow zu tragen. Radfahrer sehen sich auf der schmalen Straße zwischen den Krakower Seen und dem Abzweig Dobbin permanent Unfallgefahren ausgesetzt. Für den Tourismus, mit dem der Luftkurort wuchern will und muss, und für die Autobahnzubringerfunktion stellen diese knapp dreieinhalb Kilometer einen Engpass dar.

Das hat auch das Straßenbauamt des Landes längst verstanden. Inzwischen ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, bis gestern lag der Beschluss öffentlich aus, in dem die wichtigsten Festlegungen für den bevorstehenden Ausbau getroffen sind. Genau 3,397 Kilometer lang wird die Baustelle sein. Anerkannt wird, dass die Straße einen äußerst sensiblen Umweltbereich durchzieht. Da ist das FFH-Gebietes „Nebeltal mit Zuflüssen, verbunden mit Seen und angrenzenden Wäldern“, ein europäisches Vogelschutzgebiet, der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide, Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Alle umschließen den Straßenabschnitt oder grenzen an diesen an.

Ab Krakow am See kommend, stellt der erste Abschnitt die größten Herausforderungen dar: 380 Meter Damm und Brücke mit anschließenden noch einmal 380 Metern angrenzender Bruchwaldkante. Klar ist: Bei 6,50 Meter breit geplanter Brücke ist für einen separaten Radweg kein Platz. Das gilt noch mehr für den Damm, der eine nur 6 Meter breite Fahrbahn zulässt. Erst in Höhe des Bruchwaldes ist es möglich, auf Geotextilien schwimmend einen 2,50 Meter breiten Radweg parallel zur Straße zu errichten. Den Luftkurort verlassende Radfahrer sollen zuvor mit einer Querungshilfe über die Straße geleitet werden. „So wie es jetzt dort steht, ist es noch nicht befriedigend“, stellt sich für Bürgermeister Wolfgang Geistert die vorgesehene Radwegführung auf Brücke und Damm dar.

Weniger problematisch erscheint dagegen die 2,5 Kilometer lange freie Strecke ab dem Bruchwald in Richtung Dobbin. Hier soll die Fahrbahn 6,50 Meter breit werden. Auf der nördlichen Seite soll ein 2,5 Meter breiter Radweg separat weitergeführt werden und an den bestehenden Radweg nach Linstow anschließen.

„Festgestellt“ ist mit dem Beschluss der Straßenbehörde auch, dass es ohne Vollsperrung während der Bauzeit nicht gehen wird. Das ließen allein schon die Enge auf Brücke und Damm nicht anders zu. „Eine Vollsperrung wird sich nicht vermeiden lassen“, sieht auch der Bürgermeister ein. Für ihn fraglich ist nur: für wie lange?

Rund 4 Millionen Euro sollte der Straßenausbau einmal kosten. Das war aber schon vor drei Jahren so veranschlagt. Und da kam bereits 2016 als möglicher Baubeginn in Betracht. Wann der nun sein soll, darüber trifft der Planfeststellungsbeschluss keine Aussage. Für Mitte Dezember hat Bürgermeister Geistert einen Termin beim zuständigen Straßenbauamt in Stralsund avisiert. Dort erhofft er sich Auskunft zu seinen Fragen, auch zur Zeitschiene. Klar sei nur jetzt schon: 2018 wird das nichts mehr.

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