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Güstrower Anzeiger

23. September 2017 | 11:13 Uhr

Straße mit besonders vielen Baulücken

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Historische Baulücken in Güstrow“ / Heute: Baustraße

Die Güstrower Baustraße weist besonders viele Baulücken auf. Die Gründe dafür liegen mit Sicherheit in der Entstehungsgeschichte dieser Straße. Recherchiert man in den ältesten und auch jüngeren Güstrower Adressbüchem zwischen 1874 und 1939, wohnten dort praktisch ausschließlich Kleinhandwerker, Arbeiter, Kleinhändler und Witwen. Bewohner der so genannten betuchten Bürgerschaft oder wohlhabende Ackerbürger suchte man dort vergebens.

Mastaler und Benox deuten die Entstehung des Straßennamens als Straße der Baumänner. Doch befanden sich nicht ihre Wohnhäuser in früherer Zeit dort, die lagen nämlich in der Mühlenstraße. Auf der Rückseite der Mühlenstraße befanden sich die Stauungen, Scheunen, Lagerhäuser und Schuppen der Bürger und Kaufleute. Das war eben die Baustraße.

Im Verlauf der weiteren Stadtentwicklung wurden nach und nach solche Bauten abgerissen und vorwiegend kleine Wohnhäuser entstanden, Quartiere für die Stadtbürger. Der sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verschlechternde Bauzustand dieser einfachen Häuser führte vermehrt zu deren Abriss, daher die vielen Baulücken. Alle Lücken der Baustraße historisch aufzuarbeiten würde in diesem Rahmen zu weit führen, deshalb nur ein Beispiel: Baustraße Nr. 16. Heute befindet sich dort ein Parkplatz der AWG, in Richtung der Straße „Am Berge“.

Die Nr. 16 war früher eine feine Herberge der Schuhmacherinnung, also Quartier für wandernde Handwerksgesellen, dann Amtshaus der Schuhmacher mit Gastwirtschaft. Im Verlauf der Zeit entwickelte sich diese Wirtschaft zu einer der übelsten Kneipen in Güstrow, dem „Krug zum grünen Kranz“, geschuldet sicher dem Wohnumfeld und der dortigen Bevölkerungsstruktur. Es war die Wohngegend der ärmsten Leute und die Polizei war dort häufig tätig.

Heute ist das Schnoienviertel sichtbar in baulicher Veränderung und bietet sicher Möglichkeiten einer qualitätsvollen Wohnkultur.



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