Lesung : Storys aus Hoppelstein und Ärger mit Verlagen

Rita Buchweitz vom Literaturkreis (l.) bedankt sich bei Mara Schindler für die jüngste Lesung im Literaturkreis.
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Rita Buchweitz vom Literaturkreis (l.) bedankt sich bei Mara Schindler für die jüngste Lesung im Literaturkreis.

Die Hoppenrader Autorin Mara Schindler stellte im Awo-Literaturkreis ihre Arbeiten vor.

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11. Januar 2018, 05:00 Uhr

Im von Rita Buchweitz seit über zehn Jahren betreuten Literaturkreis im Awo-Familien-, Freizeit- und Lernberatungszentrum gab es mit Autorenlesungen, Literaturdiskussionen oder Buchvorstellungen schon so manche Sternstunde. Dazu zählt unbedingt der Auftritt der jungen Autorin Mara Schindler in der ersten Veranstaltung des neuen Jahres. Die 1982 in Güstrow geborene Schriftstellerin besuchte das Gymnasium auf dem Distelberg, studierte in Rostock Germanistik und Philosophie und lebt und arbeitet heute in Hoppenrade. „Hoppelstein“ nennt sie denn auch die Gemeinde, in der sie einige ihrer Geschichten verortet.

Zur Lesung stellte sie ihre „drei Kinder“ vor: Das sind die schon vor zehn Jahren geschriebene und 2013 verlegte Erzählung „Susa“ sowie die beiden Kinder-Romane „Freddi, Valle Müs und die Sache mit der Liebe“ sowie „Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz“. Vor allem mit den beiden letztgenannten, im renommierten Rowohlt-Verlag erschienenen Büchern beeindruckte die Autorin die Besucher des Lesekreises. Große Lebensthemen wie Liebe und Trennung, Krankheit, Altern und Abschiednehmen verhandelt sie mit einer Souveränität, die Kinder fesseln und Erwachsene begeistern. Ein Grund dafür liegt in ihrer poetischen Sprache, die wunderbare Bilder zeichnet und „den Leser mitten hinein nimmt in die Geschichte“, wie es Rita Buchweitz formulierte. Dazu gehörten auch die ungemein dichten Naturschilderungen, wie Erwin Neumann bemerkte. Die Autorin gab Einblicke in ihr Schaffen.

„Ich habe eine Idee für eine Geschichte und suche meist sehr lange nach einer Figur, die sie trägt und manchmal auch erträgt. Habe ich sie gefunden, entwickelt die Figur ihr Eigenleben und macht was sie will. Ich habe keinen Einfluss mehr darauf“, schildert Schindler selbst. Und so sei Schreiben für sie auch deshalb Genuss, weil sie selbst vom Fortgang der Geschichte überrascht würde.

Aber Mara Schindler benannte auch die Schattenseiten ihres Berufes. Dazu gehörten nicht eingehaltene Verpflichtungen von Verlegern wie Verringerung abgesprochener Auflagenzahlen, unzureichende Werbung und oft null Kommunikation. „Es ist ungemein frustrierend, wenn der Partner seine Aufgaben nicht erfüllt und damit das Gesamtprojekt gefährdet“, sagte sie. Besonders bei ihrem Erstlingswerk „Susa“ habe sie diese Erfahrungen machen müssen. Ihre Autorenkollegin Ditte Clemens riet ihr, unbedingt die Urheberrechte von ihrem Verlag zurück zu fordern. „Es lohnt sich bestimmt, ‚Susa‘ eine zweite Chance zu geben und neu zu verlegen“, meint Clemens. Und Werbung machen für ihre Bücher sei zwar nicht Aufgabe der Autorin, sollte sie aber dennoch betreiben. Zumindest in der Region.

Den schlechten Erfahrungen mit Verlagen steht zumindest eine gute Zusammenarbeit mit Radiomachern entgegen. Seit 2010 schreibt Mara Schindler Radiogeschichten für die Reihe „Kakadu“ des Deutschlandradios Kultur. Im September 2017 wurde ihre 2013 uraufgeführte Geschichte „Lena und der letzte Tag vom großen Sommer“ – gelesen von Judica Albrecht – sogar wiederholt. Für März dieses Jahres ist die Ursendung von „Stella heißt Stern“ angekündigt.

Auch für den Literaturkreis benannte Rita Buchweitz das nächste Vorhaben. Im Treffen am 5. Februar wird es um Christoph Heins letztem Roman „Glückskind mit Vater“ gehen. Der Literaturkreis trifft sich im Familien-, Freizeit- und Lernberatungszentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Güstrower Südstadt am Platz der Freundschaft an jedem ersten Montag eines jeden Monats.



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