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Güstrower Anzeiger

20. September 2017 | 00:20 Uhr

Lalendorf : Storch Heinars Dank an Lalendorf

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Dreijähriges „WarmUp!“-Projekt der „Mecklenburger AnStiftung“ an Johann-Pogge-Schule abgeschlossen.

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Besuch einer überlebensgroßen, gefiederten Puppe bei Schülern und Lehrern der Johann-Pogge-Schule am Mittwoch: Storch Heinar, die schon legendäre Figur, die es mit rechtsextremem Gedankengut so gar nicht gut meint. Mitgebracht hatten den Rotstrumpf Jacob Przemus und Mattes Heyde von der „Mecklenburger AnStiftung“. Bei deren Projekt „WarmUp! – Jugendkultur für Demokratie“ fungiert die Symbolfigur als Schirmstorch, wie es Przemus erklärt.

Vor drei Jahren war Storch Heinar schon einmal an der Lalendorfer Schule und hatte humorvoll und musikalisch die dreijährige Projektphase eingeleitet. Drei Jahre lang hat jetzt die in Wismar ansässige „AnStiftung“ die Lalendorfer Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 mit verschiedenen Veranstaltungen begleitet und dabei finanzielle Hilfestellung gegeben. Przemus: „Wir geben Unterstützung in der politischen Bildung, bei interkulturellen Begegnungen, zur Stärkung und Entwicklung sozialer Kompetenzen oder auch bei der Berufsorientierung.“ Verschiedenste Teilprojekte mit den Schülern wurden dazu verwirklicht: ein Filmprojekt, eine Exkursion nach Auschwitz, ein Treffen mit einem Aussteiger aus der rechten Szene, die Unterstützung des Schülerparlaments und weitere. Viele der Vorhaben seien realisiert worden, wenn auch nicht alle, resümierte Schulleiter Ortwin Ackermann.

Nach der Regelzeit von drei Jahren ist das gesamte Projekt für die Poggeschule nun beendet. Besiegelt wurde dies mit einer Plakette, die gemeinsam mit Storch Heinar, dem Schülerrat und weiteren Schülern und Lehrern an der Fassade der Schule angebracht wurde. Jacob Przemus: „Sie soll unser sichtbares Dankeschön an die Schüler für ihr Engagement sein. Für sie ist das zugleich ein Zeichen, dass sie jetzt nun nicht wieder allein dastehen sollen. Wir wollen sie gerne weiterhin betreuen, wenn auch jetzt nicht mehr finanziell, sondern künftig rein ideell.“ Mattes Heyde ergänzt: „Es ist doch gut, wenn man bemerkt, dass man etwas bewirken konnte. Insbesondere die aktiven Schülergremien zeigen uns, dass hier ein demokratisches Grundverständnis entwickelt ist.“

Der Erfolg, etwa in Haltungen, sei natürlich schwer zu messen, findet Schulleiter Ortwin Ackermann. Und formuliert sein Credo als „der Weg ist das Ziel.“ Es sei immer gut, wenn wenn externe Partner eine Schule unterstützen – andere Leute, andere Ideen… Deshalb habe man, nachdem die Zusammenarbeit mit der Herbert-Quandt-Stiftung ausgelaufen war, das Angebot der „AnStiftung“ gerne angenommen. In den Veranstaltungen sei man auch heiklen Themen nicht ausgewichen, wenn es etwa beim Thema Holocaust um Aspekte der Politik des heutigen Staates Israels ging. Und einen der zwei entstandenen Filme habe man sogar wieder einstampfen müssen, um die in Angst lebende Familie eines darin auftretenden Jungen aus Afghanistan nicht zu gefährden. Ortwin Ackermann: „Nicht nur bei dieser bedauerlichen Sache haben wir wichtige Erfahrungen gesammelt.“ Und eines der messbaren Ergebnisse sei auf jeden Fall der sich gut etablierende Schülerrat.

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