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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 12:05 Uhr

Großübung : Störfall im Bioenergiepark

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mehr als 80 Einsatzkräfte üben in Güstrow den Ernstfall: Feuer bekämpft, Giftstoffe entsorgt und Verletzte gerettet.

von
erstellt am 06.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Alarm im Bioenergiepark Güstrow! Feuer auf dem Dach eines Fermenters. Das Biogas brennt. Gleichzeitig hat ein Gabelstapler ein Fass mit Schwefelsäure gerammt. Giftstoffe treten aus. Es gibt Vermisste – und zahlreiche Verletzte. Horrorszenario in einer der bundesweit größten Biogasanlagen ihrer Art im Norden Güstrows. Wie diese vielfältigen Gefahren in den Griff zu bekommen sind, haben am Sonnabend mehr als 80 Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Mitarbeiter der Anlage trainiert. Die Übung im Bioenergiepark war die größte Feuerwehrübung des Jahres im Landkreis Rostock.

Mittendrin im Geschehen: der stellvertretende Güstrower Wehrführer René Plotz. Als Vertreter der größten freiwilligen Feuerwehr im Landkreis hatte er die Einsatzleitung bei der Großübung. Mit 33 Kameraden waren die Güstrower vor Ort. „Wir haben die Übungsziele voll erreicht und mit großer Übersicht gearbeitet“, resümiert Plotz und lobt das Engagement von allen freiwilligen Einsatzkräften. „Die Probleme bei der Wasserversorgung als Übungsbestandteil haben wir gut gemeistert. Die Einsatzorganisation für die Atemschutzgeräteträger in den Chemieschutzanzügen müssen wir jedoch noch detaillierter auswerten.“

Neben dem Betreuungszug Süd des DRK Güstrow war auch der Gefahrgutzug Süd des Landkreises mit seiner Kernkomponente in Krakow am See, der Dekontaminationseinheit in Langhagen und dem ABC-Messfahrzeug aus Kritzkow im Einsatz. „Alles freiwillige Kräfte“, unterstreicht Kreisbrandmeister Mayk Tessin, der die Übung überwachte. Er zieht ein positives Fazit: „Das Zusammenspiel der beteiligten Einheiten hat gut funktioniert.“ Dennoch habe die Übung gezeigt, dass es bei der Dekontamination noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe. „Der sehr hohe technische Aufwand hat erkennbar werden lassen, wo wir organisatorisch nachsteuern müssen, um genügend Einsatzkräfte an den Einsatzort zu bekommen“, so Tessin.

Wichtig sei es vor allem gewesen, bei dieser Gefahrgutübung das Zusammenwirken aller zu trainieren, sagt Martin Stein vom Anlagenbetreiber Nawaro. „Unsere Betreiberpflichten können wir nur gemeinsam mit dem Landkreis und den Feuerwehren erfüllen. Das hat sehr gut geklappt“, so Stein.

Hintergrund:
Im Bioenergiepark Güstrow arbeiten 40 Beschäftigte. Dort werden täglich etwa 1000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe umgeschlagen, die aus einem Umkreis von 30 Kilometern kommen. 80 Bauern beliefern die Anlage, die jeden Tag ca. 240 000 Kubikmeter Biogas erzeugt, das in Strom und Wärme umgewandelt wird. Ein Teil des Biogases wird aufbereitet und in das Gasnetz eingespeist. Die jährlich erzeugte Strommenge reicht zur Versorgung von 55 000 Haushalten. Die Wärme wird den Fermentern zugeführt. Das gesamte Gelände ist etwa 20 Hektar groß.

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