Umweltpreis Güstrow : Stimmungsvolle Preisverleihung

Während der Schülerlaudatio: Juryvorsitzender Benno Pubanz, Übersetzerin Marlene Neumann, Preisträgerin Gill Lewis und Laudatorin Cornelia Funke (vordere Reihe).  Fotos: Regina Mai (3)
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Während der Schülerlaudatio: Juryvorsitzender Benno Pubanz, Übersetzerin Marlene Neumann, Preisträgerin Gill Lewis und Laudatorin Cornelia Funke (vordere Reihe).

Gill Lewis nimmt Umweltpreis der Kinder- und Jugendliteratur für ihr Buch „Die Spur des Mondbären“ im Wildpark entgegen

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28. September 2015, 08:00 Uhr

Zwei Stunden Programm für eine Preisverleihung: Reden, Musik, Reden, Musik – steif, langatmig. Doch weit gefehlt. Spritzig, humorvoll, kurzweilig und äußerst unterhaltsam lief am Sonnabend im Wildpark MV (Natur- und Umweltpark Güstrow) die Verleihung des Umweltpreises der Kinder- und Jugendliteratur 2015 ab. MV-Landwirtschaftminister Till Backhaus, der kurz vorher absagte, hat etwas verpasst. Allein schon wegen der Laudatio der Schülerjuroren habe sich die Reise von L.A. nach Güstrow gelohnt, sagte Star-Autorin Cornelia Funke, die ebenfalls als Laudatorin auftrat. Und Preisträgerin Gill Lewis schlüpfte während ihrer Dankesworte in ein Gorilla-Kostüm, um den Gästen ein paar Laute der Gorilla-Sprache beizubringen. Grenzenlos, so der Eindruck, ist ihr Engagement für die Umwelt.

Dabei hätte allein schon das internationales Flair der Preisverleihung einen Stempel aufdrücken können. Den Preis nimmt eine britische Autorin entgegen. Die Laudation hält eine weltberühmte Schriftstellerin, eine Deutsche, die in Los Angeles lebt. Cornelia Funke, die u.a. mit ihrer Tintenherz-Trilogie weltweit Erfolge feierte, lobte das Buch „Die Spur der Mondbären“ von Gill Lewis. Es sei eine der guten Geschichten, aus denen man ein bisschen lerne und die die Welt ein bisschen größer machen würden. Die Autorin beherrsche die Kunst den Lesern dorthin mitzunehmen, wohin er nie wollte, nicht nur das Grauen zu erklären – den Bären wird für medizinische Zwecke Gallensaft abgezapft –, sondern mutig zu thematisieren, zu differenzieren und zu zeigen, wie die Welt nicht nur größer, sondern auch etwas besser werden kann.

Gill Lewis, die in der südenglischen Grafschaft Somerset lebt, schlug mit ihren Dankesworten eine Bresche für das Buch. Die täglichen Bilder in den Nachrichten kämen als halb erzählte Geschichten herüber und würden mit Misstrauen und Angst nach Belieben vom Konsumenten aufgefüllt. „Bücher erzählen ganze Geschichten, lassen uns in die Schuhe anderer treten, bringen uns dazu die Welt infrage zu stellen“, betont Gill Lewis und ist überzeugt, dass jeder etwas für die Umwelt tun kann.

,Aus der Laudatio der Teterower Schüler – Jasmin Pagels, die Leseratte, und Jakob Schmitz, der Lesemuffel, – nahmen die Zuhören mit: Lesen ist lernen, Lesen ist Wunder. Sie hörten auch, welchen „Knochenjob“ die Jurymitglieder bei 60 Büchern leisten mussten.

Im Wechsel wird der Umwelt-Literaturpreis an Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher bzw. Bilderbücher verliehen. Diesmal ging es um das Kinder- und Jugendbuch. Von Siggi Seuß ins Deutsche übersetzt erzählt die „Spur der Mondbären“ die Geschichte des 12-jährigen Tam, der in den Bergen von Laos lebt, in einer illegalen Bärenfarm arbeitet und einem jungen Mondbären wieder zu einem Leben in Freiheit verhilft. In zwei Jahren, so kündigte Wildpark-Geschäftsführer Klaus Tuscher an, sind die Bildbände wieder an de Reihe. Dann – und das sei eine Neuerung – werden auch Kindergartenkinder zur Jury gehören.

Der Umweltpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Bücher, die einen herausragenden Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche lernen, sich verantwortungsbewusst in der Natur zu verhalten. Eine Jury aus Schülern dreier Gymnasien und Erwachsenen aus unterschiedlichen Fachbereichen trifft die Entscheidung.  

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