Güstrow : Stimmungen aus später DDR-Zeit

Vorsichtig rahmen Museumsleiterin Regina Erbentraut und und Museumstechniker Roland Gördel ein Bild von Karl-Heinz Kuhn für die neue Sonderausstellung.
Vorsichtig rahmen Museumsleiterin Regina Erbentraut und und Museumstechniker Roland Gördel ein Bild von Karl-Heinz Kuhn für die neue Sonderausstellung.

Neue Sonderausstellung auf Schloss Güstrow überrascht mit Farbenspielen bei klassischen Themen

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25. Juli 2018, 12:00 Uhr

In den Blickpunkt von Kunstliebhabern rückt die Kleine Galerie des Güstrower Renaissanceschlosses. Vom 4. August an präsentieren die Staatlichen Schlösser, Museen und Kunstsammlungen, zu denen Schloss Güstrow gehört, hier im ersten Obergeschoss des Nordflügels 34 Bilder aus der Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sie repräsentieren Malerei aus der späteren DDR-Zeit.

Tempera, Pastell, Gouache… farbige Arbeiten auf Papier bilden die Auswahl. „Das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1964. Das jüngste ist schon nach dem Ende der DDR entstanden“, erzählt Dr. Regina Erbentraut. Es seien aber fast durchweg keine politischen Bilder, betont die Leiterin des Güstrower Schlossmuseums. Vielmehr gehe es in sämtlichen Werken um Stimmungen, die sich aus der Farbe, aus der Atmosphäre heraus entwickelten. Gerade die „Blaue Stunde“ der Tarnower Künstlerin Ute Mohns, besagtes Bild aus der Nachwendezeit, drücke das Anliegen der Ausstellung ganz besonders aus, findet Erbentraut: „Ein echtes Stimmungsbild.“

Ein Bild mit politischem Ausdruck hat die Kunsthistorikerin dennoch ausgesucht. Mit seinen ganz persönlichen „Sandkastenspielen“ setzt sich Jochen Degenkolb mit der weltweiten Aufrüstung in den 1980er-Jahren auseinander. Ob in Ost oder West oder und – der Betrachter dürfe das gerne selbst interpretieren.

Vor allem Landschaften, Porträts, Interieur, also die klassischen Bildthemen bestimmen den weiß gekalkten Doppelraum. Besonders stark vertreten sind die Maler des Neubrandenburger Zentrums für Bildende Kunst (ZBK). Da hängt der „Maurer Peter Putzer“ – ein Porträt, das man sich vermutlich nicht als „Arbeiterbild“ aus der DDR-Kunst vorstellt. Oder die Fischer von Karlheinz Wenzel, ein hochinteressantes Farbenspiel. Sehr beeindruckend findet Regina Erbentraut auch die düster und zugleich brillant wirkenden ungegenständlichen Darstellungen von Andreas Homberg. Aber ebenso erstaunt eine „Steilküste“ mit ihren außergewöhnlichen Farben. Das Bild stammt aus bisher unbekanntem Fundus des bekannten Rostocker Malers und Grafikers Karl-Heinz Kuhn (1930-2001), in dessen Atelier auch das Vereinswappen des F.C. Hansa Rostock – die Kogge – entstanden ist.

Zu sehen sein werden die Bilder in der Kleinen Galerie vom 4. August bis zum 4. November, außer montags täglich von 12 bis 17 Uhr.

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