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SVZ-Serie „Chorgeflüster“ : Stimmung in Sälen und Seelen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der kleiner Chor Güstrow ist mittlerweile groß und sucht zum 5. Geburtstag einen neuen Namen.

von
erstellt am 11.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Zu groß für den eigenen Namen ist er geworden. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der „Kleine Chor Güstrow“ aus acht Gründungsmitgliedern zu einer 35 Stimmen starken Singgemeinschaft entwickelt. Am 14. Februar, dem Valentinstag, feiert er Jubiläum. Bis dahin gibt es vielleicht einen neuen Namen. „Ideen sind gefragt“, fordert Sängerin Hildegard Steinecke zur gemeinsamen Findung heraus. Selbst schlägt sie „Fröhliche Sänger“ oder Cantare vor, lateinisch für singen.

Hildegard Steinecke ist pensionierte Musiklehrerin und gehört zu den Initiatoren des Kleinen Chors. Sie sang ursprünglich im Chor der Volkssolidarität. Nach einer neuen musikalischen Herausforderung suchte dort auch die damalige Chorleiterin Hannelore Acker. Zunächst konnten die beiden sechs weitere Sängerinnen aus drei Güstrower Chören für ihre Idee gewinnen. Die Leitung übernahm wieder Hannelore Acker. Es dauerte nur einen Monat, bis das neugegründete Oktett sein erstes Konzert gab. Im Laufe der nächsten Monate kamen die ersten Männer hinzu und der Chor wurde vierstimmig. Auf eine hohe Klangqualität legen die Mitglieder nach wie vor Wert. „Es können nicht mehr alle Noten lesen“, sagt Hildegard Steinecke, „aber es gibt ein Vorsingen.“ Wer keinen Ton trifft, darf leider nur hinter den Kulissen helfen.


Begleitung auf vielen Instrumenten


Nunmehr 23 Sänger zogen 2014 vom ersten Proberaum in der Wollhalle in das Awo-Seniorenheim. Auch Berufstätige sollten mitsingen können und der dortige Raum war in den Abendstunden frei. Zum Dank für die Probemöglichkeit gibt der Chor jedes Jahr zwei Konzerte für die Senioren. „Da kommt Stimmung in Säle und Seele“, verspricht Hildegard Steinecke.

Weitere Auftritte finden in den Wohnungsgesellschaften, bei Sommerfesten und Weihnachtsfeiern, Ausstellungseröffnungen und zu Jubiläen statt. Zur Tradition wurden die Benefizkonzerte im Güstrower Krippenmuseum. Zu deren finanziellen Errungenschaften gehört der Wideraufbau der Bützerower Innenstadt nach dem Tornado im Jahr 2015. Die Spenden dafür wurden in Kooperation mit sechs weiteren Chören ersungen. „Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft unserer Zuhörer“, erinnert sich Hildegard Steinecke. Das Krippenmuseum ist aber in Zukunft tabu. „Wir haben den Rahmen gesprengt“, erzählt sie weiter. „Beim letzten Konzert kamen so viele Zuhörer, dass die Brandschutzbestimmungen nicht mehr eingehalten werden konnten.“ Deshalb zog der Chor im letzten Jahr in die Güstrower Pfarrkirche, um die Adventszeit zu besingen.

Ein besonderer Aspekt der Konzerte sind die vielen Instrumente, die den Chor begleiten, aber auch Soloparts haben. Bis 2014 war das Erle-Trio mit einem Saxophon, einer Klarinette und einer Flöte dabei. Als es zeitlich nicht mehr passte, etablierte sich aus den eigenen Chorreihen eine neue Begleitung bestehend aus Keyboard, Gitarre, e Geige und neuerdings auch Querflöte. Das Repertoire umfasst 500 Jahre Liedgut, angefangen bei klassischen Komponisten bis hin zu Volksliedern. Wolfgang Hannemann leitet die Männerstimmen und schreibt auch die Sätze für den Chor und die instrumentale Begleitung. Ein besonderer Höhepunkt war die Umsetzung von „Scarborough Fair“. Das Lied über einen mittelalterlichen Messeort reizte Chorleiterin Hannelore Acker schon lange. Die chorgerechte Anpassung „war eine tolle Gemeinschaftsarbeit“, resümiert die Leiterin.


Wer singen kann, kann auch feiern


Jährliche Chorlager, in denen für die Konzerte geprobt wird, sowie mindestens zwei feste Termine im Jahr, an denen gemeinsam gefeiert wird, runden das Gemeinschaftsgefühl ab. „Wer gern singt, kann auch richtig feiern und tanzen“, sagt Hildegard Steinecke. „Wenn das Publikum mitsingt, dann sind wir glücklich und auch stolz. Wir haben viele gute Gründe, um am Valentinstag ausgelassen zu feiern.“ Für das Publikum plant der Chor am 23. Juni ein großes Jubiläumskonzert im Logenhaus der Güstrower Freimaurer. Neben Volksliedern wird es auch einen plattdeutschen Teil, nordische Lieder und Instrumentalbeiträge geben. .

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