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Güstrower Anzeiger

12. Dezember 2017 | 22:43 Uhr

Bützow : Stiftskirche aus Schatten holen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Erstmals Kirchenführer für Bützows Nationales Kulturdenkmal erschienen / Interessante Geschichten und Kirchenhistorie

Pastor Karl-Martin Schabow ist beeindruckt, Axel Ulrich überglücklich, Tilo Schöfbeck dankbar, Sabine Preuß froh – für die Bützower Stiftskirche, für das Nationale Kulturdenkmal, gibt es jetzt einen Kirchenführer. Ein 64 Seiten umfassenden Büchlein. Das war längst überfällig, sind sich alle einig. Dem geschichtsträchtigen Gebäude fühlen sich alle auf ihre besondere Art verbunden.

Die Bützower Stiftskirche habe im Vergleich zu anderen Gotteshäusern der Region eher im Schatten gestanden. Das habe sie aber nicht verdient, sagt Autor Tilo Schöfbeck. Der Bauforscher begleitet die Sanierung der Stiftskirche von Anfang an. „Das Besondere ist: Von ihrer fast 800-jährigen Geschichte ist nichts verloren gegangen, es ist von allen Zeiten etwas übrig geblieben“, schwärmt Schöfbeck.

Die Begeisterung Schöfbecks für das Nationale Kulturdenkmal spiegele sich auch in dem Buch wider, lobt Axel Ulrich, Vorsitzender des Kirchenfördervereins, der Herausgeber der Publikation ist. „Man spürt, sie haben es nicht nur als Aufgabe empfunden, sondern sie haben es mit viel Liebe getan. Ich glaube, Detlef Witt hatte sein Bett in den Archiven aufgestellt“, scherzt er. Ulrich bringt damit den zweiten Autoren ins Spiel. Während Schöfbeck die Kirche als Bauforscher betrachtet, liefert Witt den historischen Kontext, auch im Bezug zur Kirchenausstattung. Ihnen sei es wichtig gewesen, die Kirche sowohl aus fachlicher Sicht zu betrachten, aber zugleich die Allgemeinheit anzusprechen, sagt Schöfbeck.

Das sei umso wichtiger, da die Kirche einen enormen touristischen Zuspruch erfahre. „Was wir hier an Fahrradtouristen haben... Das wird immer mehr“, erzählt Karl-Martin Schabow. Der Pastor ist angetan von den vielen tollen Fotos, auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Eine Luftaufnahme mache deutlich, wie sehr das Gotteshaus die Stadt Bützow präge.

Beim Blättern durch das Büchlein bleibt er beim Foto vom „Ulrichskelch“ aus dem Jahr 1555 hängen. „Dieser Kelch wurde das letzte Mal 1945 im Tresor der Sparkasse gesehen. Das jedenfalls habe eine Frau behauptet.“ Seitdem fehlt von dem Kelch u.a. mit den Initialen „VHZM“ für Ulrich Herzog von Mecklenburg jede Spur.

„Unsere Schließfächer sind heute dafür zu klein“, scherzt Sabine Preuß. Einmal mehr hat sich die Ostseesparkasse für die Bützower Kirche stark gemacht, sprich Geld aus der Ospa-Stiftung für den Kirchenführer bereitgestellt. Die Bützower Filialleiterin erinnert daran, dass vor neun Jahren das erste Konzert in der Bützower Stiftskirche im Rahmen der Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern für die Ospa der Einstieg war, sich bei den Festspielen zu engagieren. „Wir möchten die fördern, die nicht so im Mittelpunkt stehen“, erklärt Preuß. Deshalb auch das wiederholte Engagement für die Bützower Stiftskirche.

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