SVZ-Serie : Steine im Schweriner Schloss verbaut

Entdeckungen auf alten Landwegen / SVZ-Serie nach dem gleichnamigen Buch / Teil 5: Von Warin über Waldheim bis Tempzin

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01. November 2014, 06:00 Uhr

„Landwege sind Orte der Vielfalt.“ Das sagt die Qualitzerin Gudrun Schützler. Sie hat im Auftrag des Fördervereins Naturpark Sternberger Seenland und des Naturpark Sternberger Seenland das Buch „Entdeckungen auf alten Landwegen im Naturpark Sternberger Seenland“ herausgebracht. Die SVZ hat mit freundlicher Genehmigung der Autorin in dem Buch geblättert und möchte Sie, liebe Leser, vielleicht dazu anregen, schöne Herbsttage zu nutzen und den einen oder anderen Weg zu erleben.

Heute: Landweg von Warin über Waldheim bis Tempzin – 7,1 Kilometer

„Warin bietet wegen seiner in jeder Beziehung günstigen Lage bequeme Gelegenheit zu einem gesunden, billigen Sommeraufenthalt. Es liegt zwischen dem großen Wariner See und dem Glammsee, inmitten ausgedehnter Nadel-Laubholzwaldungen, die sich auf bergigem Terrain um die Stadt gruppieren und eine Menge bequemer Spaziergänge enthalten.“ Mit diesen Worten wurde die Kleinstadt Warin in einem mecklenburgischen Reiseführer von 1913/14 für Besucher bekannt gemacht. Inzwischen sind einhundert Jahre vergangen und die Beschreibung von Warin als Erholungsort kann noch heute werbenden Zwecken dienen.

Die Kleinstadt wurde 1233 in einer von Bischof Brunward von Schwerin unterzeichneten Urkunde neben weiteren Kirchen genannt, die dem Benediktinerinnenkloster Rühn unterstellt wurden. Die Kleinstadt besaß eine im 13. Jahrhundert errichtete Bischofsburg mit Zugbrücke und Torhaus, Bergfried, Haupthaus, Burgkapelle, Wirtschaftsgebäuden und Wohnturm. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Burg und musste 1838/39 abgerissen werden. Heute steht an dieser Stelle wieder eine Ruine, das ehemalige Kreiskrankenhaus. Vor der Wanderung kann der historische Stadtkern von Warin besichtigt werden.

Am Beginn des Landweges zwischen Warin und Tempzin liegt der Glammsee. Im Verlauf begleiten Waldflächen den Weg. Parallel zu diesem fließt in einer Niederung mit Feuchtwiesen, Grauweidengebüschen und Schwarzerlen der Tönnisbach vom Glammsee zum Tempziner See.

Der Weg führt weiter zum Steeder See. Im Sommer ideal für ein erfrischendes Bad. Es geht in südliche Richtung weiter. Schon aus der Ferne kann man den Tempziner See und wenig später auch die Kirchturmspitze der Klosterkirche von Tempzin erblicken. Kurz vor dem Zielort führt eine Brücke über den Mühlenbach. Dort befindet sich ein historischer Wegweiserstein.

In Tempzin ist eine Führung durch das ehemalige Antoniter-Kloster ein Erlebnis. Die Gründung erfolgte 1222 durch den mecklenburgischen Fürsten Heinrich Borwin. Tempzin entwickelte sich zu einem bedeutenden Mutterkloster für Niederlassungen in Norddeutschland, Dänemark, Skandinavien und dem Baltikum.

Nach der Reformation und der Auflösung des Klosters wurden ein evangelisches Pfarramt und eine Landwirtschaftliche Domäne eingerichtet. Gleichzeitig erfolgte der Abbruch von Klostergebäuden, um Steine für den Schweriner Schlossbau zu gewinnen. Erhalten blieben das Warmhaus von 1500, die Klosterkirche und das Gutspächterhaus.

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