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Städtebau-Expertentagung in Güstrow : Staunen übers „Wunder Güstrow“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Barlachstadt Gastgeber für Städtebauexperten aus ganzem Bundesgebiet. Tagungsthema: „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Das „Wunder von Güstrow“ nehmen rund 50 Kommunalvertreter und Städtebauexperten aus ganz Deutschland zwei Tage lang persönlich in Augenschein. Bürgermeister Arne Schuldt begrüßte gestern Amtskollegen und deren Mitarbeiter aus Kommunen, die sich wie die Barlachstadt am Bundesförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ beteiligen, sowie Mitarbeiter von involvierten Landes- und Bundesministerien. Es ist die 13. sogenannte Transferwerkstatt, und dabei die erste, die die Bundestransferstelle für dieses Förderprogramm in Mecklenburg-Vorpommern ausrichtet. Dabei stellen die Gäste ihre Projekte vor und tauschen zum Thema „Stadtbaukultur in Stadt- und Ortsteilzentren“ ihre Erfahrungen und ihre Sorgen zu einem Aspekt dieses Förderprogramms aus.

653 Millionen Euro stellt die Bundesregierung in diesem Jahr für die Städtebauförderung insgesamt in Aussicht, eine wegen der Flüchtlingsproblematik übrigens um 7 Prozent gekürzte Summe, wie Anja Berner vom Bundesbauministerium berichtete. 103 Millionen Euro davon fließen in das 2008 aufgelegte Sonderprogramm, an dem unter 557 Kommunen auch Güstrow partizipiert. Ziele sind es, die städtebauliche Substanz und Funktionalität, soziale Vitalität sowie den kulturellen Reichtum ausgewählter Innenbereiche zu erhalten und weiterzuentwickeln. Allein dafür stellten Bund und Land in den bisher acht Programmjahren 667 Millionen Euro bereit.


Impulse für ganze Altstadt erhofft


Güstrow hat dazu in seiner historischen Altstadt eine seiner einst finstersten Ecken, das Quartier zwischen Gleviner Mauer und Langer Straße bis jeweils zu etwa einem Drittel in die Holl-, Mühlen- und Baustraße reichend, auserkoren. 60 Prozent der Häuser, und damit nochmals rund 15 Prozentpunkte über dem Gesamtleerstand in der Altstadt, standen hier beim Programmstart leer. Von der besonders geförderten Belebung hier sollen, so die von Bürgermeister Schuldt artikulierte Hoffnung, verstärkte Impulse für die ganze Altstadt ausgehen – für das „Wunder“, von dem er eingangs sprach, und mit dem er die flächendeckende Rettung von kulturell wertvoller Altbausubstanz meinte. Und da könne Güstrow bereits „so einiges vorweisen“, berichtete Schuldt den Gästen. „Ich hoffe, dass der Bundeshaushalt diese Förderungen auch noch in den nächsten Jahren hergibt“, gibt der Bürgermeister zugleich die Aussicht, dass die Altstadtsanierung längst noch nicht vor dem Abschluss stehe.

Jane Weber und Mitarbeiterinnen des von ihr geleiteten Stadtentwicklungsamtes veranschaulichten den Fachleuten aus dem ganzen Bundesgebiet das „Wunder von Güstrow“ auf einem Rundgang durch den Altstadtkern. Mit Hilfe der Fördermittel, begleitet vom Sanierungsträger Big Städtebau, sei es gelungen, den Gebäudeleerstand in der mittelalterlichen Altstadt auf aktuell 15 Prozent zu senken, führte Jane Weber aus. Das sei immer noch dreimal höher als in der Stadt insgesamt. Das spezielle „Aktiv“-Gebiet umfasse 2,5 Hektar, auf denen etwa 60 Gebäude stehen. Alle wären inzwischen privatisiert, was den Intentionen der Stadt entspreche: So brächten sich Eigentümer und Bewohner ganz im Sinne des Förderprogramms noch besser in die Gestaltung ihrer Baukultur ein.

Die Güstrower Tagung wird heute beendet.

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