Staubsaugerwagen hält Anlage sauber

benno stepputat am berg mit bergbahn und sogar gipfelkreuz

Benno Stepputat verbringt viel Zeit mit Enkel Tim an seiner Modellbahnanlage / Ein Kindheitstraum wurde Wirklichkeit

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26. Dezember 2013, 23:00 Uhr

Noch vor 15 Jahren war der Dachboden von Benno Stepputat (60) kahl. Inzwischen entstand hier eine Modellbahnlandschaft mit Bergen, Tunnel und Bahnbetriebswerk. Der Modelleisenbahner hat hier täglich zu tun.

In einer Holzverladestation wird Holz auf den Zug geladen und dort hin transportiert, wo es für den Bau einer Hütte gebraucht wird. Das Signal steht auf „Grün“. Die Bahn fährt los. An anderer Stelle steht ein Bauwagen. Er muss noch das Wartesignal beachten. Oben auf dem Berg scheint ein Gleis defekt zu sein. Es muss repariert werden. Erst als das Signal auf „Grün“ umschaltet, fährt die Diesellok langsam den Berg hinauf.
Diese und andere Szenarien spielt Benno Stepputat häufig durch, wenn er vor seiner TT-Spur-Anlage sitzt. Inzwischen wird er dabei häufig von seinem Enkel Tim-Elias (6) begleitet. Gemeinsam verfolgen sie die Aktionen auf der Eisenbahnstrecke. Acht Lokomotiven fahren auf der Bahn. Mit etwa 80 Wagons können sie bestückt werden. Wichtig ist dem Güstrower: Lediglich Deutsche-Reichsbahn-Wagen und alte Lokomotiven kommen auf seine Gleise. „Hier wird nie ein ICE fahren“, betont er. Seine älteste Lokomotive stammt von 1985. Es ist eine BR118.


Zubehör wird auch selbst entworfen und gebastelt


Viel Zubehör hat der 60-Jährige selbst hergestellt. Beispielsweise bastelte er einen Eisenbahndrehkran. „So etwas gibt es so gar nicht in meiner Spurweite“, sagt er. Eine Brücke fertigte Benno Stepputat aus Streichhölzern. Auch einen Teich mit badenden Menschen gibt es. Der Berg ist aus Gips und fast naturgetreu gestaltet.

Mit seiner Anlage erfüllte sich für Benno Stepputat ein Traum. „Schon als Kind habe ich ihn geträumt, doch es fehlte das Geld“, erinnert er sich. Später, als die erste eigene Wohnung mit Ehefrau Edeltraud bezogen wurde, gab es die erste Platte, so groß wie eine Tür. Erst in der eigenen Haushälfte war der Dachboden für solch ein Hobby frei. Die Bahn ist für den 60-Jährigen nicht allein Hobby. Der gelernte Dreher arbeitet seit 1985 für die Bahn, allerdings ist er für die Oberleitung zuständig.

Auf eine solche Oberleitung hat Benno Stepputat bei seiner Modellanlage verzichtet. „Mit der Leitung über den Gleisen wäre es schwieriger, etwas zu reparieren“, erklärt der Modellbahnfreund. Dennoch fehlt es an elektrischen Feinheiten auf seiner Anlage nicht. Der Bahnsteig ist natürlich beleuchtet und des nachts kann auch in den Zügen die Beleuchtung eingeschaltet werden. Das alles aber wird per Hand vom Erbauer reguliert und gesteuert. Schaltpläne entwickeln, basteln und über einem neuen Vorhaben brüten – das ist es, was Benno Stepputat an seinem Hobby begeistert. „Stress ist nur, wenn sich ein Schaltfehler eingeschlichen hat und ich diesen nicht schnell finde“, sagt er.

Damit der Modellbahnfreund weiterhin Freude an der Bahn hat, muss er die Anlage regelmäßig entstauben. Darum lässt er hin und wieder den „Staubsaugerwagen“ über die Anlage fahren. Sie reinigt die Schienen. Ein weiteres Zubehör entwickelte der 60-Jährige selbst: Eine Radsatzreinigungsanlage. „Über den Sommer kommen mir immer wieder neue Ideen, was ich noch bauen oder ändern könnte“, sagt Benno Stepputat. Dann ist die Anlage staubsicher abgedeckt und wird erst im Herbst wieder aktiviert.

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