Asylbewerber : Starthilfe für ein neues Leben

Im Kreis ihrer Schüler fühlen sich Ursula und Wolfgang Pfannenschmidt (m.) sichtlich wohl.  Fotos: Caroline Weissert
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Im Kreis ihrer Schüler fühlen sich Ursula und Wolfgang Pfannenschmidt (m.) sichtlich wohl. Fotos: Caroline Weissert

Ursula und Wolfgang Pfannenschmidt engagieren sich ehrenamtlich mit Sprachkursen im Güstrower Asylbewerberheim

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06. März 2014, 06:00 Uhr

Die Proteste waren groß, als im vergangenen Jahr ein Asylbewerberheim im Güstrower Waldweg eingerichtet werden sollte. Inzwischen gibt es sogar eine Zweigstelle in der Demmlerstraße mit Platz für bis zu 67 Flüchtlingen – das vierte Heim im Kreis. Viele Menschen helfen hier ehrenamtlich, um den großen und kleinen Zuwanderern ihren Start in Deutschland etwas leichter zu machen.

Ursula und Wolfgang Pfannenschmidt sind zwei von ihnen. Die Güstrower lebten in den 1980er-Jahren selbst einmal für zwei Jahre in Westafrika. In Guinea unterrichtete Wolfgang Pfannenschmidt an einer afrikanischen Schule. Seine Frau engagierte sich später in einem Aidsprojekt. So lernte das Ehepaar Land und Leute kennen und lieben.


Deutsch als Grundlage zur Integration


Als sie von der Einrichtung der Heime hörten, wollten sie ihren Teil zur Integration beitragen und die Flüchtlinge willkommen heißen. In der Demmlerstraße bieten sie daher seit Mitte Januar zweimal wöchentlich einen Sprachkursus an. „Um sich in einem fremden Land zu etablieren, muss man einfach die Sprache können“, sagt Wolfgang Pfannenschmidt und seine Frau Ursula fügt hinzu: „Man muss dazu wissen, dass den Asylbewerben erst nach sechs Monaten ein Deutschkursus zusteht. Wir legen hier die Grundlagen.“

Der Andrang ist groß und der kleine Unterrichtsraum in der Demmlerstraße füllt sich rasch mit gut gelaunten Menschen aus den verschiedensten Ländern. „Im Moment sind viele aus Eritrea, Mauretanien, Iran, Irak und Syrien hier“, resümiert Wolfgang Pfannenschmidt, für den der Unterricht allein aufgrund der sprachlichen Barrieren eine große Herausforderung ist. Er selbst spricht Französisch, seine Frau übersetzt ins Englische und untereinander wird schließlich in die verschiedenen Landessprachen übersetzt, bis jeder verstanden hat.

Doch obwohl die Verständigung nicht immer ganz leicht ist, steht der Spaß am Lernen hier im Vordergrund. Da darf schon mal gelacht werden, wenn manch deutscher Zungenbrecher einfach nicht über die Lippen will. Für Ursula und Wolfgang Pfannenschmidt ist ihr Deutschunterricht eine Herzensangelegenheit. Hier sind sie Lehrer, Vertrauenspersonen und Berater zugleich.

Bei persönlichen Problemen stehen sie ihren Schülern zur Seite und versuchen zu helfen. Wenn ein junger Kurde sich einsam fühlt, weil ihn niemand versteht oder sich eine Katholikin nichts sehnlicher wünscht, als an einer Messe teilnehmen zu können, dann versuchen sie alles, um zu vermitteln.

„Das ist unser bescheidener Beitrag zur Willkommenskultur und ich würde mir wünschen, dass sich die Güstrower ihrer neuen Mitbürger annehmen und sie kennenlernen“, fasst Wolfgang Pfannenschmidt zusammen.

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