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Ernst-Barlach-Stiftung : Start für ein kühnes Projekt

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zum 150. Geburtstag Ernst Barlachs soll eine vierbändige Ausgabe seiner zirka 2000 Briefe erarbeitet werden

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 05:12 Uhr

Start für ein großes Projekt in der Barlachstiftung. Mit dem ersten Treffen von Vertretern der Universität Rostock und der Barlachstiftung Güstrow begann jetzt die Arbeit an einer kommentierten und illustrierten Leseausgabe von Briefen des Bildhauers, Zeichners, Schriftstellers und Dramatikers Ernst Barlach. Unter der Überschrift „Barlach 2020“ ist vorgesehen, zum 150. Geburtstag des Wahl-Güstrowers in vier Jahren eine vierbändige Gesamtausgabe seiner Briefe herauszugeben. Unter den zirka 2000 Briefen aus der Feder Barlachs werden etwa 500 bislang unveröffentlichte Schriftstücke sein.

Vater des Gedankens ist Stiftungs-Geschäftsführer und Museumsleiter Dr. Volker Probst. Auf der Suche nach einer angemessenen und dauerhaften Würdigung des Künstlers zu dessen Jubiläum fiel ihm der umfangreiche Briefverkehr ein, den Barlach geführt hatte. „Eine in den 1960er-Jahren vorgelegte zweibändige Ausgabe mit Briefen gibt lediglich den damaligen Forschungsstand wieder. Inzwischen sind etwa 50 Jahre vergangen. Aber die Aussicht, im Rahmen einer Neuedition die etwa 500 bisher unveröffentlichten Briefe für Wissenschaft und Publikum erstmals erschließen zu können, ist faszinierend“, schildert er begeistert. Als Kultusminister Matthias Brodkorb im August vergangenen Jahres die Stiftung besuchte, stellte ihm Probst sein Projekt vor. Innerhalb von sechs Wochen kam die Förderzusage aus Schwerin. Nun galt es weitere Partner zu suchen. Probst fand sie in der Hermann-Reemtsma-Stiftung, im Ernst-Barlach-Haus Hamburg und in der Universität Rostock. Insgesamt stehen für das Projekt 860 000 Euro, die von allen Beteiligten erbracht werden, zur Verfügung.

Die wissenschaftliche Leitung des Vorhabens liegt in den Händen von Prof. Dr. Holger Helbig, der an der Universität Rostock eine Uwe-Johnson-Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft des 20. Jahrhunderts belegt. Ihn reize die Aufgabe auch deshalb sehr, weil Barlachs und Johnsons Wirken mit dem Namen Güstrows verbunden sei. Er kündigte eine Publikation an, die auf wissenschaftlich abgesicherte Verständlichkeit und Lesefreundlichkeit setzt und den Text mit Abbildungen illustriert. Drei wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni gehören zum Team. Da ist Karoline Lemke (30), die in Schule, Studium und der Mitarbeit in einem Verlag immer mal wieder auf Barlach stieß. Paul Onasch (30) bearbeitete im Rahmen seiner Dissertation über Johnson dessen Briefwechsel mit seinem Englischlehrer an der Güstrower Oberschule, Wilhelm Müller. Auch da und in Johnsons „Jahrestagen“ gäbe es viele Verbindungen zu Barlach. Die Möglichkeit, über Barlach zu promovieren, prüft Henri Seel (27) als dritter wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team. Sie alle freuen sich auf die bevorstehende Arbeit und gehen das Projekt engagiert an. Vorarbeit geleistet hat bereits Franziska Hell von der Barlachstiftung. Sie scannte die gut 400 im Besitz der Einrichtung befindlichen Briefe und Autographen ein.

Die Zusammenkunft in dieser Woche diente dazu, einen Zeitplan für das Projekt zu erarbeiten, die Reihenfolge festzulegen, die Auswahl der Bilder anzusprechen und erste Aufgaben zu verteilen. Am 23. Februar ist das nächste Treffen im Barlach-Haus in der Hansestadt Hamburg geplant.
 

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