Güstrow : Starkregen flutet gestern Wendenstraße

So sah es gestern in der Wendenstraße aus. Das versteht Elke Bornemann aber nicht. Fotos: christoph Trost (3)
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So sah es gestern in der Wendenstraße aus. Das versteht Elke Bornemann aber nicht. Fotos: christoph Trost (3)

Heißer Draht: Elke Bornemann versteht nicht, dass nach Bau der Straße solche Situation entsteht / Stadtwerke: Straße und Rückhaltebecken nicht neu / Keine Gefahr

svz.de von
31. Juli 2014, 06:00 Uhr

Weil die Wendenstraße in Güstrow-Dettmannsdorf gestern Morgen nach dem Starkregen geflutet war, rief uns aufgeregt unsere Leserin Elke Bornemann über den „Heißen Draht“ unserer Zeitung in unserer Redaktion an. Ein regelrechter Bach floss von der Mitte der Straße hinab zur Hauptstraße. Er ergoss sich aus der Weg bzw. der Ausfahrt zwischen den Nummern 27 und 28, die zum Regenrückhaltebecken hinter den Häusern führt.

Elke Bornemann ist darüber sehr erbos. „Vor zwei Jahren wurde die komplette Straße neu gemacht. Es wurden Ab- und Trinkwasserrohre gelegt, auch zu den Häusern. Wenn nun aber das Regenrückhaltebecken voll läuft, wird die Straße sofort überflutet“, schimpfte sie am Telefon und bei unserem Besuch vor Ort.


Anschlussbeiträge gezahlt, aber wofür?


Die Anwohner in der Wendenstraße mussten für die Umbaumaßnahmen hohe Anschlussbeiträge zahlen. Bornemann war angehalten, ihre Beete im Garten zu entfernen und nach den Baumaßnahmen neu zu pflanzen. Doch anscheinend hat es nichts gebracht. „Das Kopfsteinpflaster wird frei gespült. Beim letzten Mal war sogar der Bürgersteig überschwemmt und das Wasser stand bis in die Lange Stege“, sagt die Rentnerin erbost. „Warum gibt es kein größeres Becken? Und gibt es Pläne etwas zu ändern?“, möchte sie wissen. „Dieser Ausbau ist bisher ist eine Be- statt eine Entlastung.“

SVZ konfrontierte die Stadtwerke bzw. den Städtischen Abwasserbetrieb – für den sind die Stadtwerke Betriebsführer – mit dem Problem und den Fragen. Juliane Klimt, Pressesprecherin: „Die Wendenstraße ist kein Straßenneubau, sondern eine Wiederherstellung gewesen. Auch das Regenrückhaltebecken ist nicht neu gebaut. Es ist noch aus DDR-Zeiten. Es ist so ausgelegt, dass es bei Starkregen überläuft und der Überlauf in unkritische Gebiete erfolgt.“
Allerdings sei es, so Klimt, bei Starkregen kurzfristig möglich, dass die Straße überspült werde. Das Wasser läuft jedoch (wenn auch manchmal mit Verzögerung wegen des Starkregens) ab. Klimt: „Die Wendenstraße wird jedoch auf keine Fall wie von Frau Bornemann vermutet unterspült. Da ist nichts zu befürchten.“

Die Stelle auf dem Schloss-Parkplatz ist dort der tiefste Punkt der Straße. Deshalb läuft das Wasser bei Regen und Starkregen zuerst dort hin. Klimt: „Es gibt einen Überlauf zum Schlossgraben, um das Wasser abzuleiten. Es sieht dramatischer aus als es ist, denn es kann durch den Überlauf kein Schaden entstehen.“

Generell gilt: Bei Starkregen und Unwetter wie gestern sind grundsätzlich immer die Mitarbeiter des Abwasserbetriebes unterwegs, um alle wichtigen Anlagen zu prüfen. Dazu gehören Regeneinläufe, Pumpwerke und Regenrückhaltebecken. Klimt: „Somit kann sofort reagiert werden, wenn etwas sein sollte. Gestern lief jedoch alles normal.“ Der Tag war allerdings ein Spezialfall: Es war kein normaler Regen.


Dettmannsdorf und Nordstadt betroffen


Zum Kanalnetz erklärt Juliane Klimt: „Alle Kanäle in Güstrow sind nach den gültigen Standards berechnet. Regen kann schnellstmöglich in das Netz ablaufen. Für alle Eventualitäten ist das Netz jedoch nicht ausgelegt, da das nicht bezahlbar wäre bzw. auch die Abwassergebühren unverhältnismäßig in die Höhe treiben würde.“ Deshalb könne es, so die Sprecherin unter Umständen bei Unwettern und Starkregen wie gestern zu temporären netzhydraulischen Überlastungen kommen. Das war gestern kurzfristig in Teilen von Dettmannsdorf und der Nordstadt der Fall.



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