Vereine in der Region : Starke Lobby für die Tiere in der Region

Lothar Jennewein fand dieses Katzenbaby im Garten. Ilka Boris vom Verein nimmt sich des Welpen an.
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Lothar Jennewein fand dieses Katzenbaby im Garten. Ilka Boris vom Verein nimmt sich des Welpen an.

Wer einer Katze ein liebevolles Zuhause bieten will, ist beim Tierschutzverein Güstrow und Umgebung an der richtigen Adresse

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09. August 2015, 22:00 Uhr

Die Anfrage kam telefonisch. Lothar Jennewein hatte in seinem Garten ein zirka zwei Wochen altes Katzenbaby gefunden. Da er die Betreuung des geschwächten Tieres nicht übernehmen konnte, rief er bei Carmen Lahl vom Tierschutzverein Güstrow und Umgebung an. Wenig später brachte Lothar Jennewein das kleine Kätzchen in der Langen Stege vorbei.

So oder ähnlich verlaufen viele Kontaktaufnahmen mit dem Verein. „Wir haben uns 2004 mit dem Ziel gegründet, unseren Tieren in der Region eine starke Lobby zu sein“, sagt Vereinschefin Carmen Lahl. Mit der Bekanntheit des Vereins stieg auch die Mitgliederzahl und liegt derzeit bei etwa 100. Hauptbetätigungsfeld ist die Betreuung von herrenlosen und wild lebenden Katzen. Im Katzenhaus auf dem vereinseigenen Grundstück und auf Pflegestellen leben zirka 40 Tiere, die kurzfristig in ein neues Zuhause vermittelt werden können. Vereinsmitglieder kümmern sich um diese Tiere sowie täglich um weitere 150 frei lebende Katzen an etwa 25 Futterstellen.

Eine große finanzielle und organisatorische Herausforderung ist die Kastration von zirka 100 Katzen pro Jahr. „Das geht richtig ins Geld und wird nur dadurch abgemildert, weil uns ein Güstrower Tierarzt auf ehrenamtliche Weise unterstützt“, sagt Lahl. Mitgliederbeiträge, Spenden und gelegentliche Zuwendungen vom Deutschen Tierschutzbund seien die einzigen Geldquellen, die dem Verein zur Verfügung stehen. Da war es mehr als ein warmer Regen, als die in Hamburg ansässige Deutsche Gesellschaft Tiere und Natur die Güstrower mit zwei Spenden von insgesamt 3000 Euro unterstützte.

„Von der Stadt Güstrow bekommen wir trotz einiger Versuche nicht einen Cent“, bedauert die Vorsitzende. Sie hofft nun auf einen Erlass zum Umgang mit gefundenen Katzen, der sich derzeit in der Verbandsanhörung befindet. Dort könnte auch geregelt werden, dass sich das Land an den Kastrationskosten beteiligt. Als einen guten Weg bezeichnet Carmen Lahl die Entscheidung der Gemeindevertreter in Steinhagen, die Arbeit des benachbarten Bützower Tierschutzvereins mit 40 Cent je Einwohner zu unterstützen. „Würde die Barlachstadt ähnlich verfahren, würde uns das von vielen finanziellen Sorgen entlasten“, bestätigt Lahl.

Ein Lichtblick ist ein Fahrzeug, das dem Verein durch Vermittlung des Tierschutzbundes MV zur Verfügung gestellt wurde. „Das erleichtert die Transporte zur Futterbeschaffung oder zu Kastrationen erheblich“, freut sich die Vorsitzende. Sie verweist darauf, dass es vor allem ein „harter Kern“ von zehn, elf Mitgliedern sei, der sich engagiere und spezialisiert einbringe. So ist Carola Franke Ansprechpartnerin für Spenden und Sponsoring. Hanna Mikolaschek ist trotz ihrer 72 Jahre für Notfälle zuständig und „Chefeinfängerin“, wenn Katzen zur Kastration gebracht werden sollen. Sandra Hinkelthein kümmert sich um die Internetpräsentation (www.guestrower-tierschutzverein.de). Auf der Seite sind die Katzen abgebildet, die kurzfristig an ein liebevolles Zuhause abgegeben werden können.

An jedem ersten Dienstag im Monat lädt der Verein zu einem Stammtisch ein. Themen sind dabei u.a. auch falsche Tierhaltung und Tierquälerei. Vereinsmitglieder nahmen im April dieses Jahres an einer Demonstration in Berlin gegen Tierversuche teil. Auf Veranstaltungen und Messen präsentiert sich der Tierschutzverein und wirbt um Unterstützung für seine Ziele.

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