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Kreistag : Standortdiskussion: „Wie teuer ist uns Bürgernähe?“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Studie stellt fest: Konzentration der Kreisverwaltung in Güstrow wäre „Ressourcen schonender“ / Entscheidung möglichst schon in diesem Jahr gefragt

Der Kreisausschuss bekam auf seiner konstituierenden Sitzung gestern gleich die Gretchenfrage präsentiert. Konzentration des gesamten Verwaltungsapparates in Güstrow? Vollständige Weiterführung des Standortes Bad Doberan mit dem Status quo? Oder eine Variante zwischen beiden Extremen? Noch in diesem Jahr, so meint die Verwaltung, sollte der Kreistag die Weichen für die künftige Standortstruktur stellen.

Die Interessenabwägung in den Fraktionen und im großen Gremium wird nicht leicht fallen. Eine Studie des Unternehmens DKC aus Düsseldorf, lässt keine Schwarz-weiß-Unterscheidung zu. Allein auf die Wirtschaftlichkeit der zwei untersuchten Extreme abgestellt, heißt es schon hier: Die komplette Konzentration der Verwaltung in Güstrow mit einem zusätzlichen Neubau in der Barlachstadt (im Gespräch ist der „Stahlhof“) wird um 7,9 Millionen Euro „günstiger“ als der (etwas abgespeckte) Status quo. Ausgenommen bliebe nur die Kfz-Zulassungsstelle in Doberan, deren Mietvertrag erst 2024 endet. „Günstiger“ heiße nun aber nicht automatisch billiger, betont der Gutachter, der für sich eine „konservative“ Berechnung reklamiert. Denn: Dieser sich im Ergebnishaushalt niederschlagenden Summe steht im Finanzhaushalt eine Belastung von 19,2 Millionen Euro gegenüber. Der Kreistag muss sehen, ob man sich das leisten kann und will. In der Bilanz würde ein Zugewinn im Anlagevermögen des Landkreises von 17,1 Millionen stehen. Alles gerechnet auf einen willkürlich angenommenen (weil realistisch überschaubaren) Zeitraum von 30 Jahren, wäre ein Neubau eines zweiten Haupthauses in Güstrow also „Ressourcen schonender“.

Zu berücksichtigen ist vieles. Etwa die Einsparung von Energiekosten in einem Neubau. Die allein würden die Zinszahlungen „überkompensieren“, also mehr als ausgleichen, meint der Gutachter. Weniger lasse sich dagegen bei Hausmeister- und Reinigungskosten einsparen, da sei der Landkreis bereits „gut aufgestellt“. Nicht berücksichtigt sind in der Studie zusätzliche Effekte einer Konzentration wie Synergien, Flexibilität, Funktionalität und Qualität der Arbeitsplätze und andere.

Landrat Sebastian Constien (SPD): „Die Frage ist: Wie teuer ist uns Bürgernähe?“ Die Zeit drückt. Denn 2016 läuft der Leasingvertrag für das Doberaner Haupthaus aus. Dann muss sich der Kreis entscheiden, ob er das übernehmen will oder nicht. Fakt ist laut Verwaltung: Alle derzeitigen Doberaner Mitarbeiter passen dort nicht hinein. Passieren muss also definitiv etwas mit den derzeit insgesamt fünf in Doberan genutzten Objekten. „Das wird zum Schluss dann eine emotionale Entscheidung“, stellt Joachim Hünecke (FDP) schon mal eine Prognose für die Diskussion im Kreistag.

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