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Güstrows Stahlhof : „Stahlhof“ wird ausgeschrieben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kehrtwende der Güstrower Stadtvertreter: Vermarktung und Bebauung der ehemaligen Industriebrache soll endlich vorwärts kommen.

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Watschen für Bürgermeister Arne Schuldt: Gegen seinen Widerstand hat die Güstrower Stadtvertretung die öffentliche Ausschreibung des Baugebietes „Stahlhof“ beschlossen. Bis spätestens 15. Juni soll die Verwaltung nach Abstimmung mit den Ausschüssen für Stadtentwicklung sowie Bau den Ausschreibungstext vorlegen. Verkauf und Erschließung der Grundstücke sollen so nach dem Willen der großen Mehrheit in private Hand gelegt werden.

Seit der sogenannten Mehrfachbeauftragung zur Entwicklung der ehemaligen Industriebrache mitten in der Stadt im Mai 2014 „ist da nichts passiert“, begründete Heiko Karmoll für die CDU-Fraktion den gemeinsam mit der SPD-Fraktion ausgearbeiteten Beschlussantrag. „Wir denken, dass private Investoren nach öffentlicher Ausschreibung das Projekt voranbringen“, sagte Karmoll. Ziel der Antragsteller sei es, mehr Einwohner in die Barlachstadt zu holen – und am Pfahlweg, wo das Baugebiet einem privaten Investor übergeben wurde, sehe man, „wie schnell das gehen kann“.

Schuldt wehrte sich gegen die Vorlage: „Wir haben schon so viel Vorarbeit geleistet und sind noch nicht so weit, dass wir ausschreiben können.“ Der Bürgermeister verweist auf immer noch ausstehende und wieder neu zu erstellende Gutachten. Dieses Jahr, sagte Schuldt, habe man damit noch zu tun. So seien weitere Erkundungsschritte erforderlich, um belastbare Aussagen zu möglichen Schadstoffen im Boden zu bekommen. Als nächster Schritt sei eine mögliche Beeinträchtigung des Grundwassers untersucht worden, was noch diese Woche abgeschlossen werden soll. Schließlich zeige ein gerade erst vorgestelltes schalltechnisches Gutachten, dass die Lärmbelastungen durch die nahe Bahnlinie, durch Lieferverkehr für den Handel und bei dem angedachten offenen Parkdeck zu hoch wären. Deshalb sei noch eine Überarbeitung des städtebaulichen Konzeptes erforderlich.

Doch am Ende laufe die Stadt Gefahr, dass bei Übertragung des Stahlhofes an einen privaten Investor „doch nicht die erhoffte Qualität“ herauskomme. Geradezu beschwörend richtete sich Schuldt an das Gremium: „Es soll doch etwas Schönes werden. Bitte behalten Sie die Nerven! Ich bin zuversichtlich, dass wir das mithilfe der in der Stadt ansässigen Wohnungsunternehmen auch schaffen.“

Schuldts Winden und Weigern nützte nichts. Lediglich Lothar Fila (Freie Wähler), Jens-Hagen Schwadt (Die Linke) und Einzelbewerber Kurt-Werner Langer vermochte er zu überzeugen, gegen den Antrag zu stimmen. Dies vernachlässigt, war sich die Stadtvertretung einig: Es wird jetzt ausgeschrieben.

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