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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 03:11 Uhr

Stahlhof : Stahlhof: schon wieder Baustopp

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadt gibt Kleiderwerke-Besitzer Zeit bis März 2015 zum Abriss / Nach Naturschutz- jetzt Arbeitsschutz-Bedenken

Eigentlich sollten am Montag die Abrissbagger auf dem so genannten Stahlhof-Gelände wirbeln. Die Naturschutzbehörde hatte Ende des vergangenen Jahres einen Baustopp verfügt, weil sich in den seit zwei Jahrzehnten leerstehenden Industrieruinen inzwischen Fledermäuse heimisch gemacht hatten. Zudem hätten die Abrissarbeiten mit Brutzeiten für Vögel in Kollision gestanden. Jetzt aber, bestätigt Roger Hewelt, Leiter des kreislichen Umweltamtes, wären alle Auflagen seitens seiner Behörde erfüllt. Für die Fledermäuse wären in der Umgebung neue Behausungen angebracht. Beauflagt sei der Besitzer der Kleiderwerke, der Hamburger Klaus Klepper, den Abriss durch eine geeignete Person zu überwachen, falls doch noch einige der fliegenden Säuger ihr altes Quartier aufsuchen wollten. Und um Vogelbrut nicht zu gefährden, stehe jetzt der richtige Zeitraum zum Abriss bevor. Bis zum 30. März gelte die aktuelle Abrissgenehmigung.

Doch wenige Tage vor dem Neustart zum Abbruch der Ruinen bauten Experten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) nach einer weiteren Besichtigung des Geländes eine neue Hürde auf: Ein Arbeitsschutzgutachten müsse nun noch erstellt werden – und aus diesem resultierende mögliche Forderungen beachtet. Dies aber stelle kein Problem dar, ließ Klaus Klepper der Stadt ausrichten. Die notwendigen Vorkehrungen würden in ein, zwei Wochen zu treffen sein. Immerhin: Eine zunächst befürchtete Belastung des Bodens wird nun nicht mehr angenommen. Bis in drei Meter Tiefe sei das zu garantieren.

Die Stadt hält indes an ihrem Vertrag mit Klaus Klepper zur Übernahme der Kleiderwerke-Immobilie nach Abbruch fest. Weil Klepper die jetzigen Verzögerungen nicht schuldhaft zu verantworten hat, haben Verwaltung und Stadtvertretung den Vertrag so geändert, dass die Fristen im Sinne Kleppers neu gesetzt sind, gibt Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Brunotte Auskunft. Brunotte verweist darauf, dass es auch weiterhin bei „einem so großen Vorhaben“ eines engen Zusammenwirkens von Verwaltung und Behörden mit Eigentümer und Abbruchfirmen bedarf.

Sämtliche alten Produktions- und Verkaufsstätten entlang der Eisenbahnstraße zwischen Kino und ehemaligem Reichsbahnamt auf dem so genannten Stahlhof sollen im nächsten halben Jahr verschwinden. In der Grabenstraße ist lediglich das Schicksal der Nummer 4, eine alte Villa direkt neben dem großen Plattenbau, noch nicht geklärt. Es befindet sich in privatem Eigentum, und es laufen Verhandlungen der Stadt zur Übernahme.

Parallel zur Schaffung von Baufreiheit, was auf städtischem Grund des Stahlhofes bereits seit Jahren läuft und entlang von Nebel und Stadtgraben ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, werde die Planung für die Bebauung des Areals vorangetrieben. Demnächst will die Stadt dazu einen Architektenwettbewerb starten. Die Vorstellungen reichen von Wohnungsbau über Freizeiteinrichtungen bis hin zum Vorschlag an den Landkreis, hier ein zweites Verwaltungszentrum zu bauen, das die Außenstelle Bad Doberan ablöst (SVZ berichtete).
 

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