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Güstrower Anzeiger

16. Januar 2018 | 11:01 Uhr

Projekt : Stahlhof: Baustart nicht vor 2017

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Weiter Baustopp: Immer noch fehlt Schadstoffgutachten / Stadtvertreterbeschluss am 4. Dezember gefährdet

von
erstellt am 21.Nov.2014 | 20:45 Uhr

Der ehrgeizige Zeitplan der Stadt zur Bebauung des Stahlhofgeländes gerät ins Wanken. Zunächst konnte es nach über zwei Jahrzehnte währendem Streit zwischen Stadt und Eigentümer der Kleiderwerke nicht schnell genug gehen, nachdem die Stadt endlich die Immobilie erworben hatte. Doch dann gab es im Frühjahr Baustopp für den Abriss, weil sich Fledermäuse eingenistet hatten. Nach erneutem Anlauf im Spätsommer stoppten die Abrissbagger erneut, jetzt fehlte plötzlich ein Schadstoffgutachten (SVZ berichtete). Nach mehrfacher Verschiebung soll das Gutachten für das bebaute Gelände der Kleiderwerke nun bis Ende des Monats vorliegen, sagt Bürgermeister Arne Schuldt. Über das unbebaute Terrain bestehe inzwischen Klarheit. Es handele sich nicht um Altlasten, wie etwa ölverseuchter Boden oder Ähnliches, will Schuldt gar zu große Bedenken ausräumen.

Sollte das Gutachten jedoch nicht in einer Woche vorliegen, könnte es für eine Folge-Entscheidung der Stadtvertreter am 4. Dezember knapp werden. Da nämlich soll die Aufgabenstellung zur Reaktivierung der Industriebrache verabschiedet werden. Fünf Architekturbüros sowie Universitäten in fünf Bundesländern sollen auf deren Grundlage ein Nutzungs- und Bebauungskonzept erarbeiten. Termin zur Einreichung der Unterlagen sollte der 27. Februar 2015 sein. Bis Mai könnte dann, so rechnet Jane Weber vom Stadtentwicklungsamt, der Stadtvertretung eine Empfehlung für die Auswahl des Siegers dieses Wettbewerbs vorgelegt werden. Dann würde es bis zu einem Baubeginn noch anderthalb Jahre dauern, ehe alle notwendigen Verfahren durchlaufen sind.

Der Bürgermeister will aber Druck nicht herausnehmen, will endlich Ideen auf den Tisch bekommen. Er verweist darauf, dass die Stadt den Abriss auch selbst vornehmen könnte. Schuldt: „Noch hat der Vertragspartner aber die Chance, den Vertrag zu erfüllen. Die sollten wir ihm auch geben.“

Ob die Stadtvertreter dem Zeitplan aber folgen, wenn das Gutachten nicht rechtzeitig vorliegt, ist fraglich. Hartmut Reimann (SPD), Sascha Zimmermann (FDP) und Gerhard Jacob (Freie Wähler) haben im Hauptausschuss schon mal signalisiert, dass sie sich auf Unbekanntes nicht einlassen wollen. Qualität gehe vor auf diesem Filetstück mit seinen Auswirkungen auf große benachbarte Bereiche der Stadt. „Bitte nichts übers Knie brechen und kein Geld womöglich am Ende umsonst ausgeben“, so lauten die Bedenken.

Dass alles „schnell“ gehen soll, ist ohnehin „relativ“. In der Konsequenz heißt das jetzt schon: Vor 2017 wird kein Bauarbeiter auf dem Stahlhof anrücken.


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