zur Navigation springen

Missstand in Krakow droht : Städtebaulicher Missstand droht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakows Stadtvertreter beschlossen mehrheitlich Abriss der Ecke Schulstraße 4 und 6 und Fischerstraße 2.

von
erstellt am 14.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Mitten im Luftkurort droht eine Baulücke zu entstehen. Dies könnte die Folge eines Beschlusses der Stadtvertretung sein, hinter dem die Mehrheit der SPD-Fraktion steht. Inhalt ist die sogenannte sanierungsrechtliche Genehmigung für den Abriss der Schulstraße 4 und 6 sowie der Fischerstraße 2. Die Häuser bilden an der Einmündung der Wedenstraße eine markante Ecke.

Allerdings steckten die Stadtvertreter bei ihrer Entscheidung in einer Zwickmühle. Der Abriss könnte nämlich aus Städtebaufördermitteln bewältigt werden. Allerdings nur, wenn er noch in diesem Jahr erfolgt, denn Ende 2016 versiegt dieser besondere Quell für Krakow am See endgültig, legte Bürgermeister Wolfgang Geistert (SPD-Fraktion) dar. Geistert: „Wir könnten den Abbruch auch verschieben, aber dann ohne Fördermittel.“ CDU- und Linke-Fraktion enthielten sich der Stimme.

Alle genannten Häuser stehen seit längerem leer. Ihr baulicher Zustand wäre nicht so, dass sie nun zwangsläufig der Abrissbirne zum Opfer fallen müssten. Andererseits erscheine wiederum der Sanierungsaufwand für neue Nutzer (wenn es die denn gäbe) auch als zu hoch.

Es gibt verschiedene Grundstückseigentümer. Während die Häuser in der Schulstraße seit vier Jahren der Wokra gehören, verwaltet die kommunale Wohnungsgesellschaft die Fischerstraße 2 lediglich. Der Eigentümer, der im Ausland lebt, müsste für einen Abriss erst Vollmacht erteilen, was abzuwarten wäre. Signalisiert hätte er jedoch, mitzuziehen, wenn die Stadt in die Initiative gehe. Abgesehen davon: Für keines der Grundstücke gibt es bisher Bekundungen möglicher Investoren.

Deshalb befürchten Kritiker des Beschlusses, dass mit einem Abriss ungenutzte Freiflächen mit unschönen Begleitumständen entstehen könnten. Michael Bock (CDU): „Ich möchte nicht, dass dann dort das Unkraut wuchert, das ist ein Risiko.“ Renate Lorenz (SPD) hielt entgegen: „Schmuckstücke sind die Gebäude auch nicht gerade. Und vielleicht bietet sich mit Freiflächen hier ja sogar ein angenehmerer Blick?“ Fraktionskollege Frank Eilrich wollte gleich mit die Wokra beauftragen, nach dem Abbruch eine „grüne Oase“ anzulegen, damit der Flecken nicht verwildert und vermüllt.

Bedenken gegen den Abriss – den der Landkreis erst noch genehmigen muss – trägt ebenso der Rahmenplaner für Krakow am See vor. In einer sanierungsrechtlichen Stellungnahme beschreibt der keine Dringlichkeit, zumal eine angedachte Nutzung der Ecke als Parkfläche weder den städtebaulichen Zielen an dieser Stelle entspricht, noch ein Stellplatzdruck in diesem Quartier erkennbar sei. Befürchtung: „Es ist davon auszugehen, dass die fehlende Quartiersecke … über einen unbestimmten Zeitraum das Stadtbild prägen wird.“ Der Rahmenplaner empfiehlt daher, den Abbruch auf einen zeitlich direkten Zusammenhang mit einer Ersatzbebauung zu verschieben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen