Nachts nur 30 km/h durch Güstrow : Stadtvertreter bremsen Brummis aus

Auch ab hier in der Schweriner Straße sollen künftig für Lkw nachts 30 km/h als Maximum gelten.   eckhard Rosentreter
Auch ab hier in der Schweriner Straße sollen künftig für Lkw nachts 30 km/h als Maximum gelten. eckhard Rosentreter

Besser schlafen können sollen künftig Bewohner in Güstrow. Die Stadt will in der Zeit von 22 bis 6 Uhr für Lastwagen über 7,5 Tonnen die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 km/h beschränken.

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04. September 2012, 08:00 Uhr

güstrow | Besser schlafen können sollen künftig Bewohner stark frequentierter Durchgangsstraßen und Kreuzungen im Güstrower Stadtgebiet. Die Stadt will in der Zeit von 22 bis 6 Uhr für Lastwagen über 7,5 Tonnen die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 km/h beschränken. Dies hat die Stadtvertretung mehrheitlich beschlossen. Der Bürgermeister steht damit in der Pflicht, die Geschwindigkeitsreduzierung auch auf Straßen "durchzusetzen", für die die Stadt nicht Baulastträger ist.

Nicht nur deshalb war der Beschlussvorschlag von Hartmut Reimann (SPD) nicht unumstritten. Alle Lkw müssten demnach bei der Einfahrt nach Güstrow schließlich stärker abbremsen und würden am Ende wieder kräftiger Gas geben, stellte Burkhard Bauer (Die Linke) Zweifel heraus. "Das bringt keine Effekte", meint Bauer, "und ich möchte auch nicht über Straßen entscheiden, die der Stadt nicht gehören." Einzelbewerber Kurt-Werner Langer nutzte die Gelegenheit zu einem weitergehenden Plädoyer: "Das abwechselnde Bremsen und Gasgeben erzeugt Lärm. Wir brauchen die Grüne Welle." Wolfgang Rosenow (FDP) vermutet, dass die relativ geringe Reduzierung um 20 km/h ohnehin "nicht viel bringt", was nach seiner Beobachtung am Zustand der Straßen liege. Rosenow: "Und dann überholen wieder mehr Pkw; das wird auch lauter." Gerhard Jacob (GWB) hakte hier fragend nach, wieso die Regelung nur für Laster gelten solle. "Lkw sind manchmal leiser als manche Pkw."

Da es sich bei den aufgeführten Straßen um Abschnitte von Bundes- und Landesstraßen handelt (siehe Übersicht), musste Bürgermeister Arne Schuldt das weitere Prozedere erklären. Beim zuständigen Landesamt müsse er nun zunächst einen dem Stadtvertreterbeschluss entsprechenden Antrag stellen. Wenn es von dort grünes Licht für das Ausbremsen der Brummis gibt, sei es wiederum am Bürgermeister als untere Straßenverkehrsbehörde, die 30 km/h anzuordnen.

Kaum erwarten kann das Günter Wolf (CDU), der an der Goldberger Straße und damit in einem der betreffenden Abschnitte wohnt. "Ich begrüße den Antrag ausdrücklich." Wolf machte deutlich, wie sehr er und Nachbarn vom Straßenlärm schon geplagt seien. "Wir sind bald bereit, mal einen Möbelwagen quer auf die Straße zu schieben."

Eine radikale "Lösung" in die ganz andere Richtung hat Peter Hoff (GWB) parat: "Wem der Lärm an einer Durchgangsstraße zu stark ist, der muss wegziehen." Mit solch einem Beschluss mache man sich nur lächerlich und die Stadt "nicht liebenswert". Vier Stadtvertreter schlossen sich Hoffs Ablehnung an, weitere vier enthielten sich der Stimme.

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