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Brandruine in Güstrow : Stadt stimmt Abriss in Gleviner Straße 3 zu

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Eigentümer der Brandruine in der Gleviner Straße hat einen Antrag zum kompletten Abbruch gestellt – Stadt stimmt zu, Landkreis prüft.

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erstellt am 08.Aug.2017 | 06:00 Uhr

Das Schicksal des Hauses Gleviner Straße 3 scheint besiegelt: Die Stadt Güstrow hat dem Komplettabriss zugestimmt. Darüber informierte Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) jetzt auf SVZ-Nachfrage. Mit dem nun wahrscheinlichen Abbruch des Gebäudes geht der Stadt ein Unikat verloren. Einen solch herausragenden Balkon, wie ihn dieses Haus an der klassizistischen Straßenfassade ausweist, gibt es in dieser Art nicht wieder. Der historischen Güstrower Altstadt geht damit unwiederbringlich ein einzigartiges Detail verloren.

Der Eigentümer des Wohn- und Geschäftshauses hatte bereits kurz nach der Brandnacht am 11. Februar, die das Gebäude getroffen hat, die Absicht zum Abriss geäußert. Da der Landkreis das Gebäude wegen der Brandschäden als einsturzgefährdet eingestuft hat, war dem Haus auch der Denkmalstatus abhanden gekommen. Somit wäre für den Hauptteil des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gebäudes ohnehin kein Abbruchantrag nötig. Die Stadt habe deshalb versucht, mit dem Eigentümer ins Benehmen zu kommen, wollte irgendwie die Ansicht in der Gleviner Straße retten. Ein Erhalt der einmaligen Fassade mit einem dahintergesetzten Neubau, ähnlich wie am Markt 30, hätte eine Möglichkeit sein können. Dafür hätte die Stadt das Gebäude gekauft oder auch Fördermittel in Aussicht gestellt, hatte der Bürgermeister wiederholt betont. Die Vermittlungsbemühungen der Stadt sind nun aber offenbar gescheitert.

Diese einzigartige Fassade wird wohl bald verschwunden sein.
Diese einzigartige Fassade wird wohl bald verschwunden sein. Foto: Eckhard Rosentreter
 

Bürgermeister Schuldt: „Wir haben deshalb dem Abriss jetzt zugestimmt, um die weitere Entwicklung in der Gleviner Straße an dieser Stelle nicht zu behindern.“ Zuletzt hatten sich Klagen von ansässigen Händlern über den Zustand und die Straßensperre an der Gleviner Straße 3 gehäuft. Geschäftsschädigend sei das, und dem Ansehen der Stadt ebenfalls nicht förderlich.

Nach dem aktuellen Stand der Dinge könnte lediglich der hintere Anbau, der sogenannte Kemladen, erhalten bleiben. Auch dieser ist beschädigt, jedoch nicht so schwer wie das Haupthaus. Weil er weiter unter Denkmalschutz stehe, prüfe jetzt das Bauamt in Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege den Abrissantrag, teilt Kreissprecher Michael Fengler mit.

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