Güstrow : Stadt diskutiert über Hässner-Nachlass

Die Hässner-Skulptur „Dreifaltigkeit“ hat die Stadt bereits Achtern Dom aufgestellt.
Die Hässner-Skulptur „Dreifaltigkeit“ hat die Stadt bereits Achtern Dom aufgestellt.

Witwe des Künstlers will gesamtes Werk der Barlachstadt schenken.

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11. April 2018, 05:00 Uhr

Die Barlachstadt diskutiert, ob sie die Schenkung des künstlerischen Nachlasses Alexander Hässners durch seine Witwe, Ingrid Hässner, an die Stadt annehmen soll. Das Werk des Künstlers, der in Güstrow und Klueß lebte, ist sehr umfangreich. Es umfasst Handzeichnungen, Collagen, Radierungen und Gemäle in Öl und Tempera als auch Skulpturen in Glas und Edelstahl. Einige der Stadt bereits übereignete Werke Hässners sind schon im öffentlichen Raum in Güstrow zu sehen.

Sabine Moritz von der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung ist der Auffassung, dass die Stadt die Schenkung annehmen sollte, „da die Kommune auch die Verpflichtung wahrnehmen muss, künstlerisches Erbe zu bewahren und zu vermitteln“, sagte sie auf der jüngsten Stadtvertretung. Ihr entsprechender Antrag soll jedoch zunächst im Kulturausschuss diskutiert werden. Bürgermeister Arne Schuldt sieht durch die Schenkung Kosten auf die Stadt zukommen. „Wir haben bisher keine Übersicht über den Nachlass“, sagte er. „Es sind viele große Werke dabei. Das hat finanzielle Auswirkungen, weil die Werke nicht nur untergebracht, sondern eventuell auch restauriert werden müssen.“

Der 1943 in Chemnitz geborene Hässner studierte Musik und Pädagogik und von 1973 bis 1978 Malerei in Berlin-Weissensee. Seit 1978 arbeitete er als freischaffender Maler und Zeichner. Die Stadt Güstrow stellte ihm in den 1980er-Jahren das Turmzimmer im Schloss als Atelier zur Verfügung, in dem einige Werke entstanden. Hässner hatte zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, darunter in der Güstrower Wollhalle und der Uwe-Johnson-Bibliothek. Anlässlich einer Ausstellung im Jahr 1997 in Güstrow sagte Frank Weymann, Verleger und Schriftsteller: „Hässner hat sich ein Gespür für Nuancen bewahrt und eine unaufdringliche Art, Widersprüchliches oder Nachdenkliches so darzustellen, dass es nicht belehrend wirkt. Seine Sicht auf die Welt ist heiter und produktiv, was seinen Arbeiten Menschlichkeit und Tiefe verleiht.“


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