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Stillschwester verlässt Güstrow : Stabwechsel in der Elternschule

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Still- und Laktationsberaterin Kristin Rook verlässt KMG-Klinikum. Schwester Birgit Ahrend führt Projekt fort.

„Es ist ein komisches Gefühl. Mir ist schon etwas wehmütig.“ Als Kristin Rook das sagt, klingt ein kleiner Seufzer durch. Kein Wunder, packte die 38-jährige Krankenschwester diese Woche doch ihre persönlichen Sachen zusammen; sie verlässt die Barlachstadt.

22 Jahre arbeitete die geborene Güstrowerin im hiesigen Krankenhaus. Ihre Lehre begann sie noch in der Innenstadt, im damaligen Kreiskrankenhaus im heutigen Neuwieder Weg. Dabei war sie schon damals fast auf dem Absprung. „Ich wollte Kinderkrankenschwester werden. Das ging damals in Güstrow nicht mehr und ich hatte eine Lehre in Hamburg schon sicher. Aber ich wollte auch zu Hause bleiben.“ Sie blieb in Güstrow. Nach der Ausbildung zur Krankenschwester habe sie immerhin auf der Station für Gynäkologie und Geburtshilfe arbeiten können, ihr Wunsch. „So konnte ich die Krankenschwester für ,Große’ mit den Kindern vereinen“, sagt sie. Das passte, habe sie schnell festgestellt – und blieb auf der F13.


Elternschule: Hinter dem Aufbau stehen viele


Schon während der Ausbildung kreiste ihr die Idee einer Elternschule im Kopf, habe sie sich Gedanken gemacht, ob und wie solch ein Projekt realisierbar wäre. Peu à peu begann Schwester Kristin ihr Vorhaben umzusetzen, nahm das Stationsteam und die Klinikleitung für das Vorhaben ein. Werdende Eltern schon frühzeitig mit dem vertraut zu machen, was auf sie als Mütter und Väter zukommen wird, wie sie ihr Neugeborenes liebevoll und professionell betreuen können, wie sie ältere Geschwister und Oma und Opa einbinden, und nicht zuletzt zu vermitteln, welche Palette an Möglichkeiten das KMG-Klinikum rund um das Thema Schwangerschaft bietet – Aufgaben, hinter denen das ganze Team stehen, für das Raum und Qualifikationschancen eingeräumt werden müsse. Mancher im Haus habe von ihrem Konzept auch erst überzeugt werden müssen.

Vor neun Jahren begann Kristin Rook deshalb auch eine Ausbildung zur Still- und Laktationsberaterin, erwarb schließlich das international anerkannte und geschützte IBCLC-Zertifikat, das ihre spezielle Qualifikation als „International Board Certified Lactation Consultant“ ausweist. Bis Ende vergangenen Jahres habe es gebraucht, das Konzept entsprechend ihrer Ideen umzusetzen, berichtet Kristin Rook. „Ich hatte das Glück, dass die Chefärzte und Stationsschwestern immer dahinter standen. Ohne alle die, die mich unterstützt haben und daran geglaubt haben, wäre das nicht möglich gewesen“, weiß sie. Letztlich aber entscheiden die Eltern über den Erfolg: Und die Kurse, kostenlos angeboten, sind immer voll, versichert sie.


Nachfolgerin hat schon neue Module im Kopf


Nun, da alles „steht“, folgt Kristin Rook mit ihrem vierjährigen Sohn der Liebe und zieht ins Brandenburgische. In Schwester Birgit Ahrend (39) hat sie eine Nachfolgerin, die sich schon länger in das Konzept der Elternschule einarbeitet, auch schon vertretungsweise – etwa als ihre Kollegin selbst im Schwangerschaft war – die Eltern- und Geschwisterschule leitete. „Für mich ist das ein beruhigender Gedanke, dass das, was ich aufgebaut habe, fortgesetzt wird. Sie ist die Richtige dafür“, ist die Scheidende überzeugt. Vor drei Jahren schon hat die ebenfalls in Güstrow aufgewachsene und im hiesigen Krankenhaus ausgebildete Schwester Birgit ihre IBCLC-Ausbildung begonnen. „Das Konzept ist noch nicht ausgereizt“, denkt Birgit Ahrend bereits, „und ich weiß schon einige Sachen, die auch anders gehen.“ Sie gehe jedenfalls „mit Freude und Kraft“ an ihre Aufgabe.

Die Kinder in ihrem ersten Lebensjahr aufwachsen zu sehen, das „ist eine total schöne Sache“, sagt Birgit Ahrend, selbst Mutter zweier Töchter. Mit ihrer Arbeit schaffe sie schon vor der Geburt Vertrauen und Nähe, die über die drei Tage Regelaufenthalt zur Entbindung auf der Station hinausginge. Letztlich, da sind die Scheidende und ihre Ablösung überzeugt, erleichtere es auch die Arbeit für das Team auf der Station, wenn sie informierte Menschen betreuen können.

Im Mittelpunkt stehen für sie natürlich die Mütter mit dem Neugeborenen. „Wir bestärken das Bauchgefühl“, bringt Kristin Rook es auf den Punkt, und meint bewusst die Doppelsinnigkeit, die hinter diesem Satz steht. Ihr bewegendstes Erlebnis sei es gewesen, ihre neugeborene Nichte als Erste nach dem Arzt auf den Arm nehmen zu dürfen. „Das war ein ganz besonderes Ereignis für mich“, sagt die Krankenschwester, die üblicherweise nur in Ausnahmefällen bei einer Geburt dabei ist. Dennoch habe sie in ihrem Beruf ihre „Leidenschaft für die Kinder ausleben dürfen“, sagt Kristin Rook. Die liege wohl in der Familie, in der eine Oma Geburtshelferin war, die Tante Ambulanzschwester, ihre Mutter Krippenerzieherin…

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erstellt am 28.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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