Schloss Güstrow : Spundwände rollten gestern an

Grabungsleiter Holger Fries bei den Arbeiten im August 2013
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Grabungsleiter Holger Fries bei den Arbeiten im August 2013

Arbeiten für Löschwasserbehälter des Schlosses beginnen / Neue Planung nach Fund der Renaissance-Brunnenanlage

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19. März 2014, 06:00 Uhr

Eine 50-Tonnen-Spundbohlenpresse steht seit gestern im Brunnengarten des Güstrower Renaissanceschlosses. Mit ihr werden die Voraussetzungen geschaffen, dass der Löschwasserbehälter für das Schloss so in die Erde kommt, dass keine umliegenden Bauwerke – Schloss, Brücke, Torhaus – beschädigt werden. Garantiert wird auch, dass nichts auf den unterirdischen Behälter deuten wird, um den Besucher des Schlossgartens nicht zu stören. „Außer einer Einstiegsöffnung wird nichts auf das Löschwasserreservoir hinweisen“, sagt Planer Marcus König. „Donnerstag geht es mit dem Einbau los, dann pressen wir nacheinander die Spundwände erschütterungsfrei in die Erde“, kündigte gestern Bauleiter Henry Bandow von einer Jarmener Spezialtiefbaufirma an. Für die Spezialisten ist das eine weitere Aufgabe, um ihr Können zu beweisen.


Wichtig für Brandschutz des Schlosses


Hintergrund in Güstrow ist, dass im August 2013 im Brunnengarten beim Ausheben der Baugrube für den Löschwasserbehälter Reste der Renaissance-Brunnenanlage gefunden wurden (wir berichteten). Das rief die Archäologen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege auf den Plan. Die wussten allerdings davon, dass sie das finden werden. Denn bereits bei Georadarmessungen 1978 wurden die Fundamente der Anlage entdeckt. Aber erst im August vergangenen Jahres wurden sie freigelegt und dokumentiert. Dazu kamen wenige Tage später noch eine Wasserkunst – sie entstand 1562 – und Teile des mittelalterlichen Befestigungsgrabens aus der Zeit der Burg, vermutlich angelegt um 1300.

Das alles führte dazu, dass der Bau des Löschwasserbehälters neu geplant werden musste. Denn unbenommen von der historische Situation und der Bedeutung der Funde: Die Brandschutzkonzeption für das Schloss ist unumgänglich, ergo der Löschwasserbehälter zwingend notwendig. „Wir wollen nicht hoffen, dass es jemals zu einem Brand des Schlosses kommt. Aber wir müssen auf alles gefasst sein“, sagt Marcus König. Wichtig war, einen Kompromiss zwischen der denkmalgerechten Gartenplanung und den Forderungen der Archäologen zu finden. Der liegt darin, dass der Behälter an eine andere Stelle kommt, trotzdem aber seine Aufgabe erfüllt. Und zwar seien die 200 Kubikmeter Wasser dazu da, um in den ersten zwei Stunden bei einem Feuer das Wasser aus dem Becken pumpen zu können, ehe eine andere Wasserquelle dazugenommen werde, so König. Das werde gelingen, ist er sich sicher. Wenn bis Anfang Juni das Becken eingebaut ist, wird es der Schlossbesucher nicht sehen, sich nicht gestört fühlen, aber sicher sein können, dass ein wichtiger Schritt für den Brandschutz des Schlosses getan ist.

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