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Gebühren : Sprunghafter Anstieg der Kita-Kosten in Lohmen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Eltern der „Waldgeister“ über Preissteigerungen erbost - Amt und Gemeinde halten dagegen: keine Erhöhungen in den vergangenen 13 Jahren.

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erstellt am 18.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Unzufriedene Eltern in Lohmen. Nach den jetzt geschlossenen Leistungsverträgen steigen die Platzkosten in der Kindertagesstätte „Waldgeister“ immens. Für einen Ganztagsplatz in der Krippe kommen Mehrkosten von knapp 120 Euro im Monat auf die Eltern zu, für einen Ganztagsplatz im Kindergarten sind knapp 51 Euro mehr zu bezahlen. Der sprunghafte Anstieg sowie die fehlende Information im Vorfeld wird von einigen Müttern und Vätern kritisiert.

Der Hintergrund: Im Jahr 2004 wurden zum letzten Mal die Entgelte für die gemeindeeigene Kita in Lohmen verhandelt. „Die Kita-Kosten sind in den vergangenen 13 Jahren nicht gestiegen. Die Gemeinde verhandelte in dieser Zeit nicht neu und hat damit auch den Elternbeitrag niedrig gehalten“, erläutert Sabine Schwarz, Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Güstrow-Land. „Nach 13 Jahren gibt es jetzt natürlich Preissteigerungen.“ Bisher hätten die Eltern von den niedrigeren Preisen profitiert und jahrelang weniger bezahlt als in anderen Einrichtungen. Zudem würden gerade alle Kita-Träger aufgrund gestiegener Personal- und Betriebskosten die Preise anziehen, so Schwarz. Sie gibt allerdings zu: „Wir hätten zwischendurch verhandeln müssen, um die Preise langsam anzuheben. Diesen Schuh ziehen wir uns an.“

Lohmens Bürgermeister Bernd Dikau verweist darauf, dass die Gemeinde in den vergangenen vier Jahren an der Kita gebaut habe. 800 000 Euro seien in die Komplettsanierung und damit in die Qualität investiert worden. „Dafür wurden die Eltern nicht zur Kasse gebeten“, unterstreicht Dikau. Ein Jahr lang habe die Gemeinde jetzt die Kosten für die Kita beobachtet und ermittelt, „um brauchbare Zahlen zu bekommen“. Wegen allgemeiner Steigerungen bei den Personal- und Betriebskosten und der Kapazitätserweiterung in der Kita hätte dann im September die Verhandlung zur Ermittlung der neuen leistungsbezogenen Entgelte zwischen dem Landkreis und der Gemeinde, vertreten durch das Amt Güstrow-Land, stattgefunden.

Bürgermeister Dikau sagte gegenüber der SVZ, dass die Gemeinde künftig alle zwei bis drei Jahre mit dem Landkreis verhandeln wolle, um die Kosten nicht so sprunghaft steigen zu lassen. „Besonders werden das Amt und die Gemeinde zukünftig darauf achten, den Elternrat frühzeitig einzubinden. Das ist dieses Mal nicht erfolgt und das bedauere ich“, so Dikau.  

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