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„Ehrensache“ : Sportler als Vorbild für Jugend

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Ehrensache“: Rudolf Schröder ist seit Jahrzehnten in Güstrow ehrenamtlich aktiv / Jetzt engagiert er sich als Sportchronist

Sein Leben wurde vom Sport bestimmt. Und auch als Ruheständler setzt sich Rudolf Schröder nicht wirklich zur Ruhe. Nachdem er seit 1965 im Handball aktiv war, arbeitet der 73-Jährige jetzt die Sportgeschichte Güstrows auf – das alles natürlich ehrenamtlich.

„Wir führen einen Kampf gegen das Vergessen“, sagt Rudolf Schröder, der häufig nur „Rudi“ genannt wird. Seit 2002 ist er als Sportchronist mit weiteren Mitstreitern aktiv, forscht in der Geschichte und hält alles schriftlich fest. Schon einige Broschüren und eine Ausstellung sind so entstanden.

1940 wurde Rudolf Schröder in Schwerin geboren, wo er auch aufgewachsen ist und eine Ausbildung zum Grundschullehrer absolviert hat. Ab 1959 war er in der Schule in der Neuen Straße in Güstrow tätig. „Das war mein Wunschberuf“, sagt der agile Ruheständler. Sicher hat ihm die Liebe zu Kindern und zum Sport auch zu seinem Hobby verholfen: dem Handball. Ob als Arbeitsgemeinschaftsleiter an der Schule, bei der Gründung der Sektion Handball bei der Betriebssportgemeinschaft Post oder als Gründungsmitglied des Güstrower Handballvereins 94 – Rudolf Schröder hat immer 120 Prozent gegeben. Noch heute freut er sich über Erfolge, zu denen sicher auch er beigetragen hat. Unter anderem gehört Holger Schneider dazu, der immerhin in 99 Einsätzen bei der Nationalmannschaft 197 Tore erzielte. „Von der ersten bis zur zehnten Klasse habe ich ihn trainiert“, erzählt der 73-Jährige. Auch Peter Randt gehört zu seinen Zöglingen. Er warf in 112 Einsätzen in der Nationalmannschaft 221 Tore. Noch heute halten beide die Verbindung zu ihrem damaligen Trainer.

Täglich ist Rudolf Schröder drei Stunden in seinem kleinen Büro in der Speicherstraße zu finden, wo er gemeinsam mit Elena Nickel, René Skibbe und Hans-Jürgen Kuhr geschichtsträchtige Sport-Höhepunkte der Barlachstadt ausfindig macht. Am Nachmittag nimmt er sich Zeit für den Garten. Somit ist „für körperliche und geistige Arbeit gleichermaßen gesorgt“.

Der 73-Jährige ist sich aber über eines im Klaren. Ohne seine Frau Edith hätte er seine gesamte ehrenamtliche Arbeit so nicht tun können. „Wenn ich diese Frau nicht gehabt hätte, die mich unterstützt hat, wo sie konnte, wäre das nicht möglich gewesen“, betont Rudolf Schröder, der die Liebe zum Sport in jedem Fall weiter gegeben hat. Nicht nur sein Sohn Torsten, sondern auch die drei Enkel sind sportlich aktiv.

Warum er sich für die Sportchronik so engagiert? „Manche Sportler oder auch Sportfunktionäre geraten ins Vergessen, die doch ein Vorbild für die Jugend sein könnten“, sagt er. Ein großes Ziel hat er übrigens noch. Die Plakate in der Sport- und Kongresshalle sollten durch Sportlerporträts ersetzt werden.


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