Engagement : Sportbaracke wird schicke Halle

Stellvertretend für viele Helfer bedankte sich Bürgermeister Wilfried Zander bei Christian Kramer, Dirk Bellgard und Fred Schenk (von rechts) für ihren Einsatz.
Foto:
Stellvertretend für viele Helfer bedankte sich Bürgermeister Wilfried Zander bei Christian Kramer, Dirk Bellgard und Fred Schenk (von rechts) für ihren Einsatz.

Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum in Lüssow nach Komplettsanierung nicht wiederzuerkennen / Zahlreiche Helfer machte das möglich

von
23. November 2014, 22:00 Uhr

Nicht ganz zum 35. Geburtstag der Landsportgemeinschaft (LSG) – der war genau eine Woche zuvor – und zu 65 Jahre Fußball in Lüssow und Karow wurde es geschafft: Die Lüssower Sportbaracke ist fertig. Am Sonnabend weihte Bürgermeister Wilfried Zander mit den Lüssowern das neue, 34 Jahre alte Gebäude ein. Für einst 49 000 DDR-Mark errichtet von der damaligen LPG Pflanzenproduktion, war die kleine Sportstätte inzwischen so baufällig geworden, dass die Sperrung bevor stand. „Das wäre aber auch für unsere Schule bestandsgefährdend gewesen. Mit der kompletten Sanierung haben wir jetzt auch für den Erhalt der Schule ein Signal gesetzt“, sagt Zander den Lüssowern, die zur Einweihungskaffeetafel kamen.

Dabei beantwortete er auch die Frage, wie die kleine Gemeinde mit 2,4 Millionen Euro Schulden sich das leisten konnte: „Ja, die Finanzierung war die größte Herausforderung, das ging auch körperlich bis ins Mark.“ Nachdem sie mehrmals scheiterten, hatte die alte Gemeindevertretung schließlich doch Erfolg. Dabei galt es, mit ganzen 200 000 Euro auszukommen, was mit einem Blick auf die komplett neue Hülle aus Holz, auf völlig neue Innenwände mit Prall- und Schallschutz, neue Heizung, Fenster und saniertes „Inneres“ kaum zu glauben ist. Der Schlüssel war ein hoher Anteil an Eigenleistungen, geleistet von Sportlern, von Mini-Jobbern in unbezahlter Freizeit, von Frauen bei der Reinigung… 65 Prozent haben das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt und die EU beigesteuert, den Rest hat die Gemeinde aufgebracht. Dabei unterstützten zahlreiche Firmen aus dem Dorf und der Umgebung mit handwerklichen Leistungen in großer Dimension, lobte der Bürgermeister das Engagement sehr vieler Genannter und Ungenannter.

Besonders freut Zander, dass das Amt Güstrow-Land und die neue Gemeindevertretung dazu stehen, damit es in Lüssow weiter Schule, Freizeit und Sport geben kann. „Dass bald auch wieder Fußball in Lüssow gespielt wird, ist das nächste, das wir anpacken wollen“, kündigt Zander schon an, sich mit dem jetzt Geschaffenen nicht zufrieden geben zu wollen. „Und die Tischtennisspieler und Volleyballer können jetzt auch wieder in Lüssow spielen.“ Das können sie auf bewährtem Boden in der „Sporthalle“, wie Zander den Bau jetzt bezeichnen möchte. Der ist so ziemlich das Einzige, was drin geblieben ist. „Nach dem Tanz zur Einweihung am Abend wird der qualitativ aufgearbeitet, und dann kann der auch noch wieder 30 Jahre halten“, hofft der Bürgermeister und erinnerte daran, dass die ersten Sportler in der Baracke noch auf Sand aktiv waren. Auch in Erinnerung solcher Histörchen konnten die LSG-Kicker ihr unglückliches Ausscheiden aus dem Kreispokal auf dem Sportlerball ganz sicher schnell verschmerzen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen