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ZUschüsse aus Bürgerbörse : Sponsoring hilft Gemeinden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Freiwillige Zugaben von Einwohnern und Unternehmen: Amt Krakow am See und seine Gemeinden 2016 mit fast 40 000 Euro bedacht.

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Immer häufiger haben Gemeindevertreter eine Entscheidung zu treffen, bei der sie nicht groß überlegen wollen. Ihr Ja bei der Abstimmung ist fast immer einhellig, höchstens mal wegen einer möglichen „Befangenheit“ enthält sich jemand. Gemeint sind Beschlussvorlagen, die mit „Annahme von Zuwendungen…“ oder ähnlich anformuliert sind. Bürger und Firmen helfen so der Kommune zumeist bei sogenannten freiwilligen Leistungen.

Seit einigen Jahren muss es bei solchem Sponsoring für eine Kommune dennoch stets einen Vertreterbeschluss geben. Dies fordert seit 2011 die Kommunalverfassung Mecklenburg-Vorpommerns, um einen Hemmschuh gegen mögliche Korruptionsansätze zu installieren. Somit sind die Gemeindevertreter-Beschlüsse in aller Regel eine (willkommene) Formalie, denn jeder freut sich naturgemäß über unverhoffte Gaben für seine Haushaltskasse. Einmalig war kürzlich der Fall in Güstrow, als die Stadtvertreter ausnahmsweise in einer Zwickmühle saßen, war doch das Sponsoring einer Firma an eine Bedingung gekoppelt: Mit Hilfe dieser Spende soll ein neuer Aussichtsturm in den Heidbergen gebaut werden (SVZ berichtete). Die Entscheidung war trotz der Folgekosten für die Stadt dennoch eindeutig, würde doch die Chance einer solchen Zugabe von immerhin 17  000 Euro wohl nicht so schnell wiederkommen.

Wenn auch zumeist an einen konkreten Zweck gebunden, sind die Beträge, die durch solcherart Sponsoring zusammenkommen, freilich selten so groß wie für den Güstrower „Utkiek“. Doch selbst kleine Spenden einzelner Bürger oder Familien sind in den permanent klammen Kommunalkassen willkommen. Auf fast 40  000 Euro haben sich im Amt Krakow am See solche Gaben im vergangenen Jahr summiert. Nicht jeder großzügige Spender möchte das an die große Glocke gehängt haben und hätte lieber keine öffentliche Diskussion über seine Spende gesehen. Dies lässt die Kommunalverfassung aber nicht zu, es würde schließlich dem Sinn der Regelung nach Transparenz zuwiderlaufen. Wer sich dennoch dafür interessiert, wer was wofür gespendet hat, kann im Krakower Rathaus die Liste der amtsangehörigen Gemeinden für 2016 einsehen.

Da ist nachzulesen, dass die Stadt Krakow am See mit exakt 6281,57 Euro bedacht wurde. Die einzelnen Beträge gehen los bei 20 Euro, von einer Familie für die Ausrichtung des Mittsommernachtslaufes gespendet. Ein Güstrower Unternehmen mit Ableger im Luftkurort steuerte 1000 Euro bei. Die meisten Spenden in Krakow am See sind zweckgebunden für dieses volkssportliche Laufereignis geflossen. Aber auch das Fischerfest konnte mit Haushalts-externer Unterstützung durchgeführt werden, ebenso die wöchentlichen Sommer-Auftritte des „Utröpers“ an der Seepromenade. Häufig gerne haben Spender auch zu Pflanzaktionen etwas beigesteuert.

Mit 28  795 Euro hat Lalendorf den größten Posten unter den Zuwendungen zu verzeichnen. Darin sind Firmenspenden bis zu 15  000 Euro enthalten, die zielgerichtet in den Infrastrukturausbau in der Gemeinde gesteckt wurden. 700 Euro waren für die Feuerwehr bestimmt, zahlreiche Zuschüsse aus privaten Haushalten unter anderem für das kulturelle Leben in der Gemeinde.

Auch die Gemeinde Dobbin-Linstow profitiert von Zuwendungen von Einwohnern und Unternehmen beträchtlich. Von 50 Euro aus einer privaten Schatulle, gedacht für die Seniorenbetreuung, wurden 2016 bis zu 500 Euro, hier für die Kinder- und Jugendarbeit, gespendet. So läpperten sich immerhin 4250 Euro im Verlauf des Jahres.

Dobbin-Linstows Bürgermeister Wilfried Baldermann, auch Amtsvorsteher, ist überzeugt: „Solche Spenden haben in den letzten Jahren zugenommen. Das schont nicht nur die Haushaltskasse der Gemeinde, sondern es ist auch Ausdruck dafür, dass die Menschen spüren, dass sich die Gemeindevertretung für ihre Belange und für das, was sie auf dem Herzen haben, einsetzt.“ So habe eben gerade ein kleiner Linstower Familienbetrieb schon jetzt einen Betrag für die Absicherung des Abendessens bei der Weihnachtsfeier für die Senioren bereit gestellt. Noch ein Beispiel aus Baldermanns Gemeinde: Beim Weihnachtssingen in der Dobbiner Kirche, veranstaltet vom Forstgut Glave, sei Geld für die Erneuerung der Fenster im Gotteshaus zusammengekommen. „Dies alles ist Ausdruck eines guten Miteinanders in den Gemeinden“, sagt der Amtsvorsteher.

Hoppenrade konnte sich 2016 über 100 Euro für kulturelle Zwecke freuen. Die Gemeinde Kuchelmiß ist dagegen gar nicht aufgeführt. Doch auch an das Amt Krakow am See gab es einen Firmen-Zuschuss, konkret gedacht für den Kinder- und Jugend-Feuerwehrtag.

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