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Landwirte und Jäger haben genug : Spoitgendorfer sind auf 180

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Einbrüche und Diebstähle in der Region häufen sich / Agrargenossenschaft besonders betroffen / Jetzt hat’s auch Jäger erwischt

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2015 | 05:00 Uhr

Unter Landwirten und Jägern gärt es in Spoitgendorf und Umgebung. Schon seit Jahren häufen sich Diebstähle und Einbrüche in der Region. Vor allem die Agrargenossenschaft Spoitgendorf kann davon ein Lied singen.

„Wir haben in den letzten zehn Jahren bestimmt 25 Einbrüche und Diebstähle in unserem Unternehmen gehabt“, sagt Marianne Sydow von der Agrarprodukt eG Spoitgendorf. „Angefangen vom Dieselklau aus unseren Fahrzeugen bis zu Einbrüchen im Büro und Diebstahl daraus war alles dabei“, erzählt sie entnervt.

Sogar ein Radlader sei schon vom Hof gestohlen worden. Zwischen letztem Weihnachten und Neujahr verschwanden gar drei Treckeranhänger vom Gelände der Genossenschaft. „Sie wurden übers Feld abtransportiert“, so Marianne Sydow. Anfang Januar sei dann sogar eine Tür am Rinderstall aufgebrochen und Milchpulver für Kälber geklaut worden. So gehe das ohne Ende, sagt sie.

Als Gegenmaßnahme hat das Agrarunternehmen deshalb aufgerüstet und zur Sicherung seines Geländes und der Gebäude richtig Geld investiert: Es wurden Überwachungskameras montiert und ein privater Wachdienst angeheuert. Auch in dieser Woche rückte dieser umgehend an, als in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch wieder die Alarmanlage von dem Gelände anschlug. Von einem Einbrecher aber fand man in der Nacht keine Spur.

So werden die ständigen Übergriffe für die Landwirte immer mehr zu einer Nervenprobe.

Und seitdem am Montag dieser Woche auch die Jäger zwischen Spoitgendorf und Zapkendorf entdeckten, dass ihnen ein mobiler Hochstand zerstört und der dazugehörige Pkw-Hänger gestohlen wurde (wir berichteten), steuert die allgemeine Stimmung in der Region auf 180 zu. Bisher sei noch nie einer der Einbrecher geschnappt worden, sagt Marianne Sydow. Jagdpächter Klaus Wingeß, der den mobilen Hochstand selbst gebaut hatte, aber will sich mit der zunehmenden Unsicherheit in der Region nicht abfinden. „Ich lass’ nicht locker“, sagt er. In Postwurfsendungen und Anschlägen bittet er die Einwohner um Hinweise und Mithilfe bei der Aufklärung der Straftaten.

Da bisher nichts geholfen hat, wollen sich die Agrargenossenschaft und der Hegering demnächst mal zusammen setzen und gemeinsam überlegen, was sie gegen die ständigen Diebstähle tun können, kündigt Wingeß nach einem Gespräch mit dem Landwirtschaftsunternehmen an.

Nein, an eine Bürgerwehr sei nicht gedacht, sagt er auf SVZ-Nachfrage, aber irgendwas müsse geschehen, meinen er und die Agrargenossenschaft.

Auch die Polizei kennt das Problem mit den gehäuften Diebstählen in der Region, bestätigt Pressesprecher Gert Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow. Mehrfach seien Anzeigen erstattet worden. Das letzte Mal erst am Montag von den Jägern, wo auch sofort ein Streifenwagen der Polizei mit raus ins Gelände gefahren war (wir berichteten).

Er habe durchaus Verständnis für die Verärgerung der Betroffenen in der Region, so Frahm. „Aber die Situation ist nicht so einfach“, sagt er. Das Gelände der Agrargenossenschaft in Spoitgendorf liege recht abgelegen. „Das begünstigt die Diebstähle.“ Es gebe Verdachtsmomente, die sich aber noch nicht erhärten ließen. Gert Frahm bietet an, dass auch die Polizei zu dem geplanten Treffen zwischen Landwirten und Jägern mit eingeladen wird.

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