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Güstrower Anzeiger

20. Oktober 2017 | 05:41 Uhr

Rothspalk : Spielen mit Sinn

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Regionaltreffen der Fremo in Rothspalk / Zugbetrieb originalgetreu nachempfinden

von
erstellt am 10.Jun.2014 | 06:00 Uhr

Das Telefon klingelt. Thomas Woeitsch greift zum Hören. Nach einem kurzen Gespräch bedient er einige Hebel. Ein Zug kommt, ein anderer verlässt den Bahnhof. Dabei tickt die Bahnhofsuhr an der Wand unaufhaltsam. Etwas ist anders als bei den üblichen Modellbahnausstellungen. „Wir lassen nicht Züge im Kreis fahren. Unser Ziel ist es möglichst originalgetreu den Zugbetrieb auf einer Modellbahnanlage nachzustellen“, erklärt Sven Maiwald aus Berlin. Am langen Pfingstwochenende weilten Mitglieder Freundeskreises europäischer Modellbahnen (Fremo) zu einem Regionaltreffen in Rothspalk. Geht es nach den Wünschen von Rüdiger Uhlenbrock soll dieses Treffen nicht das letzte im ehemaligen Gutshaus in Rothspalk sein.

Rüdiger Uhlenbrock ist selbst nicht Mitglied fühlt sich aber mit den Modellbahnern eng verbunden, produziert seine Firma in Bottrop doch elektronisches Zubehörteile für Modellbahnen. Seit geraumer Zeit sind er und seine Frau dabei, das alte Gutshaus zu sanieren und neu zu beleben. Die großen Räume in der ersten Etage bieten viel Platz für die aus vielen Modulen zusammengesetzte Anlage. Wie im richtigen Leben konnte die Anlage nicht auf einem Blick erfasst werden.

Nachempfunden wurde am Wochenende ein Fahrbetrieb aus den Eisenbahnepochen 5 und 6 (von der Wende 1989/90 bis heute). „Es gibt Fahrdienstleiter und Lokführer und es läuft alles nach einem Fahrplan“, erklärt Sven Maiwald. Die typische Bahnhofsuhr würde allerdings etwas schneller ticken. Alles laufe wie im wahren Leben ab. Es falle mal ein Stellwerk aus, ein Zug trödele oder ein Zug komme auch mal ganz ohne Stopp durch, berichtet Sven Maiwald. Der Fahrdienstleiter stellt die Weichen und Signale. Der Lokführer muss seine Fracht – Menschen oder Material – ans Ziel bringen. Für jeden Waggon eines Güterzuges gibt es Waggonkarten mit Frachtzettel – eben wie im richtigen Leben, nur dass die Karten in die Hand genommen werden müssen, weil auf den Waggons im Miniformat kein Platz dafür ist.

Übrigens hat die Fremo mehr als 1700 Mitglieder hauptsächlich aus Deutschland und den Niederlanden, aber auch aus weiteren europäischen Staaten. Die Fremo vereint alle gängigen Spurweiten und Maßstäbe. Pro Jahr finden rund 70 Treffen statt. Sie sind in der Regel nicht öffentlich, gestatten aber wie in Rothspalk auch mal Neugierigen einen Einblick.

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