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Krippen : Spenderin besucht ihre Weihnachtskrippen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Münsteranerin Hedwig Steffler gestern zu Gast im Norddeutschen Krippenmuseum / 1200 Menschen sahen sich im Dezember vielfältige Darstellungen der Geburt Jesu an

„In den 50er-Jahren fand man diese Figuren in den Margarinebechern von Sanella“, berichtet Hedwig Steffler (88) und zeigt auf eine Weihnachtskrippe im Norddeutschen Krippenmuseum. Matthias Ortmann, Pastor der Güstrower Pfarrgemeinde, begleitete Hedwig Steffler gestern durch die Ausstellung. Einmal im Jahr kommt sie aus Münster nach Güstrow und freut sich, wenn sie in der alljährlich neu gestalteten Ausstellung einige ihrer Stücke findet. Hedwig Steffler hat um die 100 Weihnachtskrippen als Zustiftung in die „Weihnachtskrippen in Heilig Geist – Mechthild und Dr. Rudolf Ringguth-Stiftung“ gegeben und fühlt sich mit den von ihr gesammelten Stücken bis heute verbunden.


Vorliebe für Krippen aus dem Alltagsleben


Als klar war, dass ihre Kinder die Sammlung nicht fortführen möchten, hatte sich Hedwig Steffler nach einer Bleibe für ihre Krippen umgesehen und war auf das Norddeutsche Krippenmuseum gestoßen. Dabei, so gibt sie heute zu, habe sie zunächst einen Experten gebeten, sich das Museum inkognito anzusehen. „Hier sind sie gut aufgehoben, hat er mir gesagt“, berichtet die 88-Jährige mit Wurzeln in Güstrow. Ihr Großvater hat in der Schweriner Straße gewohnt. Heute sei es die Nr. 72. Mit ihrer Cousine Diethild Bruse-Lüdemann besuchte sie gestern auch eine Nachbarin in dem Haus.

Zunächst, so erzählt Hedwig Steffler, hatte sie sich Weihnachtsbräuchen gewidmet. Erst später sammelte sie Krippen. Zur Geburt ihrer Tochter habe sie im Advent 1956 eine Weihnachtskrippe von 1910 „geerbt“. Das mag der Anfang gewesen sein. Wo auch immer sie unterwegs war, brachte die Lehrerin und Pfarrersfrau Krippen mit. „Erstaunt war ich, als ich beispielsweise von einem Inder eine Krippe geschenkt bekam.“ In seiner Religion (Hinduismus) spielt die Krippen keine Rolle. „Anders als Frau Ringguth habe ich keine Krippen in Auftrag gegeben, sondern in erster Linie Krippen aus dem Alltagsleben gesammelt“, erklärt Hedwig Steffler, die als Frau eines Pastors nicht nur einen Kirchenchor und später eine Familienbildungsstätte leitete, sondern auch einige Jahre in der Entwicklungshilfe u.a. in Bangladesh und Indien tätig war.


Tägliche Öffnung bis Mitte Januar


Mehr als 700 Weihnachtskrippen aus rund 80 Ländern bilden heute den Fundus der Stiftung. Immer wieder kämen weitere hinzu. So berichtet Heidemarie Wellmann von einer Darstellung aus Nussbaumholz, die die Frau eines krebskranken Berliner Chirurgen im November selbst nach Güstrow brachte. „Wir haben sie gleich in die Ausstellung genommen. Er hat sie selbst geschnitzt, sein Hobby“, erzählt Heidemarie Wellmann vom Förderkreis der „Weihnachtskrippen in Heilig Geist – Mechthild und Dr. Rudolf Ringguth-Stiftung“. Mit der Saison sei sie bisher sehr zufrieden. Rund 1200 Besucher hatte das Krippenmuseum in der Heilig-Geist-Kirche im Dezember. Noch bis zum 15. Januar reicht die Hauptsaison mit täglichen Öffnungszeiten. Ulrike Hartmann, die eine geförderte Stelle im Krippenmuseum hat, berichtet von vielen Touristen. U.a. habe eine Frau aus Kolumbien etwas ins Gästebuch geschrieben. Vielfach seien es aber auch Güstrower, die ihre Besucher zum Fest das Krippenmuseum zeigten. „Viel Spaß haben die Kinder mit unserem Suchspiel“, betont Ulrike Hartmann. Für das richtige Lösungswort gebe es eine Kleinigkeit zur Belohnung.

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