Museumsfest : Sorgenwolken über Museumsfest

Annegret Dräger (r.) stöbert beim 22.  Lisntower Museumsfest in Fotoalben aus der Heimat ihres Vaters.
Annegret Dräger (r.) stöbert beim 22. Lisntower Museumsfest in Fotoalben aus der Heimat ihres Vaters.

Ukrainischen Botschafter bei Wolhyniertreffen begrüßt / Güstrowerin unterwegs zu den Wurzeln

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07. September 2014, 22:00 Uhr

Überlagert von Sorge über das Geschehen nahe ihrer früheren Heimat trafen sich rund 500 Wolhyniendeutsche, Nachfahren und Freunde zum diesjährigen Museumsfest in Linstow. „1914 hat der Zar die Wolhynier nach Sibirien vertrieben, später die Flucht. Aber dass wir aus der Geschichte nichts lernen… Wieder sind in der Ukraine Menschen auf der Flucht. Wir sind mit dem Herzen bei ihnen“, bringt Johannes Herbst vom Heimatverein zum Ausdruck, was viele auf dem Fest gedacht haben mögen, als sie den geschäftsführenden Botschafter der Ukraine, Vasyl Klymynets, begrüßten.

Als Nachfahrin ist Annegret Dräger von den Flucht- und Vertreibungswirren um 1939/45 betroffen. Während zahlreiche Familienmitglieder nach Nord- und Südamerika auswanderten, blieben Vater und Großmutter in Mecklenburg hängen. Hier, in Banzin bei Boizenburg, hatten sich Verwandte niedergelassen, bekamen Bodenreformland, bauten ein Häuschen. Hier kam die spätere Güstrowerin zur Welt. Nach eher geheimen, privaten Wolhyniertreffen in DDR-Zeiten und Begegnungen auf den bisher 22 Festen in Linstow will Annegret Dräger demnächst nach Lutzk in die Nordwest-Ukraine reisen. Zu den Wurzeln, wie sie sagt, wo in der Nähe ihr Vaterhaus noch stehen soll, hoffentlich.


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