Kritzkower Bürger wegen Baracke beunruhigt : Sorge um Asbeststaub in der Luft

<strong>Irmhild Finck</strong> ärgert sich über die Asbest-Pakete ebenso wie über den Anblick der teilweise abgerissenen Baracke. <fotos>Regina Mai</fotos>
1 von 2
Irmhild Finck ärgert sich über die Asbest-Pakete ebenso wie über den Anblick der teilweise abgerissenen Baracke. Regina Mai

2011 begann der Abriss der Baracke in der Nähe des Kritzkower Gewerbegebiets. Nach wenigen Tagen wurde er wieder gestoppt - bis heute. Anlieger sind in Sorge, weil Asbest verbaut wurde, die Behörden sehen keine Gefahr.

svz.de von
05. März 2013, 12:15 Uhr

Um die Weihnachtszeit 2011 rückte eine Firma an und begann mit dem Abriss der Baracke, die seit Jahren in Kritzkow gegenüber der Einfahrt ins Gewerbegebiet leer steht. Sie steht genau dort, wo die Einfahrt in das zweite Gewerbegebiet geplant war. Doch die Kritzkower hatten sich zu früh gefreut. Schon nach wenigen Tagen stoppte der Abriss. Bis heute ruht still der See, wenn nicht gerade der Wind durch das kaputte Gebäude pfeift. Die Anlieger sind in größter Sorge, weil jede Menge Asbest im Spiel ist. Die Behörden sehen dagegen keine Gefahr.

"Wir wissen selbst, dass von Asbest keine Gefahr ausgeht, wenn er nicht angefasst wird", sagt Irmhild Finck von der Agrargemeinschaft Kritzkow/Hohen Sprenz in unmittelbarer Nachbarschaft. "Aber hier ist das Zeug angefasst worden und rottet nun vor sich hin. Da kann mir keiner weiß machen, dass von den Asbestplatten keine Gefahr ausgeht", klagt Irmhild Finck und sieht sich im Kampf um eine Lösung des Problems eher wie Don Quichotte vor den Windmühlen. Immer wieder habe sie gegenüber der Stadt Laage auf die Situation aufmerksam gemacht. Stadtvertreter Wolfgang Boldt richtete die Frage mindestens auf jeder zweiten Stadtvertretersitzung an die Verwaltung.

Behörden verneinen Gefahr - Asbest ordnungsgemäß verpackt

"Für die Stadt als Ordnungsbehörde gibt es keinen Ansatzpunkt zu handeln", betonte gestern Petra Müller, stellvertretende Bürgermeisterin. Die Stadt habe sich an das Umweltamt des Landkreises gewandt. Dort, so bestätigt Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm, habe die Immissionsschutzbehörde bei einem Vor-Ort-Termin festgestellt, dass keine Gefahr vom Asbest ausgehe, weder von dem zementgebundenen Asbest auf dem Dach noch von den Platten. Alles sei "ordnungsgemäß verpackt gelagert", betont Zühlsdorf-Böhm und fügt hinzu: "Der Landkreis hat keine Möglichkeit hier einzugreifen. Das Heft des Handelns hat allein der Eigentümer in der Hand." Man habe schon im vergangenen Jahr auf die Zuständigkeit des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) verwiesen. Auch Ute Schmidt, Abteilungsleiterin Immissionsschutz und Abfallwirtschaft im Stalu, verweist darauf, dass Asbestplatten dem "technischen Reglement für Gefahrenstoffe entsprechend in Big Bags verpackt" seien. Dennoch habe man den Eigentümer jetzt aufgefordert, die Asbestteile zu entsorgen. "Wir haben eine Frist bis Ende März gesetzt", betont Ute Schmidt. Weitere Schritte bis hin zur Festsetzung eines Zwangsgeldes seien angedroht.

"Wir werden das in Kürze beiseite räumen. Mein Wort drauf", sagt Grundeigentümer Volker Lorenzen. Er stecke noch in Auseinandersetzungen mit der Abrissfirma, die seinerzeit abrücken musste, weil der Nachweis für die Entsorgung von Asbest nicht vorgelegt werden konnte. Ihm sei versichert worden, dass es einen solchen Nachweis gebe.

Ursprünglich gehörte die Baracke zur Agrargesellschaft Kritzkow/Hohen Sprenz. Über einen Gebietstausch sei sie an Volker Lorenzen, der die Fläche als Zufahrt für ein zweites Gewerbegebiet benötigte, gegangen, berichtet Irmhild Finck. Schon vor vielen Jahren ist an der Stelle die Abfahrt von der Bundesstraße gebaut worden. Doch als jetzt der Solarpark entstand, wurde eben diese Zufahrt nicht realisiert. Die Photovoltaikanlage, so weiß Irmhild Finck, werde derzeit über den Zehlendorfer Weg erreicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen