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Güstrower Anzeiger

17. Oktober 2017 | 00:20 Uhr

Schlossfest : „Sommertraum“ ausgeträumt?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ob es das internationale Kleinkunstfestival im Güstrower Schlossgarten jemals wieder geben wird steht in den Sternen / BBL hat Bedenken

von
erstellt am 04.Jun.2014 | 06:00 Uhr

Mystische, bunte Gestalten wandeln durch den Schlossgarten. Aus dem Laubengang ertönt leise Musik. Während den Besuchern Lavendelduft die Nase umschmeichelt führen Akrobaten waghalsige Kunststücke an einem Trapez auf. Und zum Abschluss tränkt ein gigantisches Feuerwerk das Güstrower Schloss in tausend Farben. 13 Jahre lang war das Großereignis „Sommertraum am alten Schloss“ ein echter Besuchermagnet nicht nur für das Renaissanceschloss, sondern vor allem auch für die Barlachstadt. Mehr als 5000 Menschen aus dem ganzen Land pilgerten jährlich in den Schlossgarten und ließen sich von dem internationalen Kleinkunstfestival verzaubern. Bis zum Beginn der Sanierung des Schlossgartens im Jahr 2011 gehörte der „Sommertraum“ fest in den Güstrower Veranstaltungskalender. Doch jetzt scheint der „Traum“ ausgeträumt, obwohl der Garten im April offiziell fertiggestellt und übergeben wurde.


Garten für mehr als drei Millionen Euro saniert


So wie bisher wird es das große Fest zur Lavendelblüte wohl nie mehr geben. Der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes (BBL), der den Schlossgarten in den zurückliegenden drei Jahren aufwendig für mehr als drei Millionen Euro sanierte, hat bereits Bedenken angemeldet. Grund: Die vielen Besucher könnten den Garten zertrampeln. Auch bei anderen Gartenanlagen im Land werde genau geschaut, wie viele Besucher man reinlassen könne und wie die Belastung für den Untergrund sei, hieß es auf Nachfrage unserer Zeitung beim BBL.

Doch Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, zu dem das Güstrower Schloss gehört, hat noch Hoffnung für den „Sommertraum“: „Noch steht alles in den Sternen. Ich setze jetzt auf offene Gespräche mit dem BBL. Wir müssen besprechen, was auf welchen Flächen möglich ist und vor allem auch, was überhaupt denkbar ist.“ Aber gleichzeitig steht für ihn auch fest: „Wir können nicht den schön sanierten Garten mit dem ,Sommertraum’ platt machen.“ Auf die Beete könne man nicht mehr drauf. Auch kleine Bühnen oder sonstige Aufbauten könne man nicht mehr auf die sanierten Flächen bauen, so Blübaum. „Das wird wohl problematisch.“


Frisch sanierten Garten nicht zertrampeln


Der Direktor des Staatlichen Museums Schwerin ist zwiegespalten: „Der ,Sommertraum’ war ein wichtiges und schönes Event für das Schloss und für Güstrow. Aber ich möchte auch nicht den Garten zerstören.“ Er hofft auch konstruktive Lösungen mit dem BBL. So wie im Schloss Ludwigslust. Hier findet noch regelmäßig ein Kleinkunstfestival statt, das sehr gut angenommen wird – allerdings auch nur auf ausgewiesenen Flächen.

Auch Güstrows Schlossleiterin Regina Erbentraut weiß nicht, ob und wie es weitergeht. Den sanierten Schlossgarten sieht sie eher nicht mehr als Veranstaltungsort des „Sommertraums am alten Schloss“. „Wir müssen neue Wege finden“, sagt sie.


 

 

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