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Sonderausstellung im Schloss : Sohn besucht Vater zu 100. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Vier Gemälde von Heinz Dubois sind in der Ausstellung „Hier zu Lande“ zu sehen

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 23:30 Uhr

Gestern wäre der Maler Heinz Dubois (1914-1966) 100 Jahre alt geworden. Sein in Pinnow bei Schwerin lebender Sohn Klaus Dubois nutzte das Datum zu einem Besuch der aktuellen Ausstellung „Hier zu Lande“, die im ehemaligen Wirtschaftsgebäude von Schloss Güstrow gezeigt wird. „Der 100. Geburtstag des in Schwerin und Wismar tätigen Malers war für uns Anlass, eine Auswahl seiner farbstarken Bilder zusammen mit älteren und jüngeren Künstlerkollegen zu zeigen“, erklärt Hausherrin Regina Erbentraut. Gezeigt werden vier Bilder von Heinz Dubois aus dem Bestand des Staatlichen Museums Schwerin. Sein Sohn äußerte sich erfreut, dass so an seinen außerhalb der Grenzen Mecklenburgs wenig bekannten Vater erinnert wird.

Als Heinz Dubois nach dem Krieg zu seiner aus Ostpreußen nach Schwerin übergesiedelten Familie stieß, hängte er seinen erlernten Beruf eines Musikers an den Nagel. „Er wollte Maler sein und dafür hatte er auch eine Urbegabung“, erinnert sich sein Sohn Klaus. Aber er wusste auch noch, dass die Familie anfangs nicht sehr glücklich mit diesem Entschluss war. „Nach dem Krieg dominierte die Naturalwirtschaft. Etwa so: mein Vater malte ein Porträt von der Tochter des Hauses und bekam dafür einen Sack Kartoffeln“, erzählt Klaus Dubois. Zunächst habe die gesamte Familie Pastellfarbe aus miteinander verrührten Pigmenten und Tapetenkleister hergestellt. „Ölfarbe war damals unerschwinglich“, so der Sohn. Glücklich sei der Vater gewesen, als ihm der Maler Erich Venzmer einen nagelneuen Pastellkasten geschenkt habe. So farbenfreudig seine Bilder sind, so leidenschaftlich und begeistert habe er sich auch für die Kunst eingesetzt. „Die Malerei war zu Hause immer das große Thema“, erinnert sich der heute 77-jährige Sohn. Die Begeisterung des Vaters habe auch ihn animiert, Malerei zu studieren. Er tat das zunächst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Walter Womacka und später in Westberlin. „Gedacht war, dass ich meinem Vater, der viele Aufträge hatte, zur Hand gehen sollte. Aber dazu kam es leider nicht mehr. Mein Vater verstarb mit nur knapp 52 Jahren, damals war ich 29“, sagt Klaus Dubois. „Hätte er noch 20 Jahre gehabt, in denen er sich weiter entwickeln hätte können, er wäre sicher auch außerhalb Mecklenburgs ein großer und bekannter Maler geworden“, sinniert der Sohn.

Die Ausstellung „Hier zu Lande“, ist noch bis Monatsende zu sehen. Am 31. August steht die Finissage im Kalender. Am 24. August führt die Kunstwissenschaftlerin Lisa Jürß um 15 Uhr up platt durch die Ausstellung.



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