Stadtarchiv Güstrow : Sogar russische Botschaft fragt an

Sterbebücher, hier  das Namensverzeichnis für die Jahre 1876 bis 1966, sind häufig gefragtes Einsichtsmaterial für Archivarin Doris Dieckow-Plassa.
Sterbebücher, hier das Namensverzeichnis für die Jahre 1876 bis 1966, sind häufig gefragtes Einsichtsmaterial für Archivarin Doris Dieckow-Plassa.

Güstrower Stadtarchiv „Heinrich Benox“ öffnet am bundesweiten „Tag des Archivs“ seine Türen.

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27. Februar 2018, 05:00 Uhr

Seine Türen öffnet das Stadtarchiv „Heinrich Benox“ am kommenden Wochenende zum bundesweiten „Tag des Archivs“. Das Motto für dieses Jahr lautet „Demokratie und Bürgerrechte“. Die Mitarbeiter um Doris Dieckow-Plassa, darunter ehrenamtliche Mitstreiter, haben für Sonnabend und Sonntag ein umfangreiches Angebot unter der Überschrift „Der Stadt zum Nutz und Besten“ vorbereitet.

„Wir möchten an diesen Tagen einen kleinen Einblick in die Entwicklung der städtischen Selbstverwaltung geben. Wir beginnen mit der Stadtgründungsurkunde von 1228, auf der in der Zeugenreihe sechs Güstrower Bürger aufgelistet sind, von denen man heute annimmt, dass es die ersten Ratsherren waren“, sagt Doris Dieckow-Plassa. Präsentiert werden Bürgersprachen, Unterlagen zu Bürgermeister- und Ratsherrenwahlen und Aufnahmeverfahren für Bürgerrechte. „Insgesamt eine umfassende Darstellung der Entwicklung, die durch Fotografien von Bürgermeistern, Ratsherren und Senatoren abgerundet wird“, schildert die Archivmitarbeiterin.

Die Archivarin registriert eine steigendes Interesse für ihre Einrichtung. Insgesamt wurden 648 Benutzungen im Stadtarchiv im vergangenen Jahr registriert: zum Vorjahr ein Anstieg um 21 Prozent. In der Zahl enthalten sind Direktnutzer, die Akten, historische Karten, Pläne und andere Dokumente nach persönlicher Einsichtnahme auswerten. Besonders nachgefragt von Hauseigentümern, Planungsbüros, Architekten oder Bauhistorikern war der Bauaktenbestand aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Daneben beinhaltet die Gesamtnutzerzahl auch die schriftliche Auskunftserteilung. Sie hat sich im vergangenen Jahr um 53 Prozent erhöht.

Absoluter Schwerpunkt ist die Familienforschung. „Da sind wir international aufgestellt. Anfragen erreichen uns aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien oder Russland“, sagt die Archivarin. So konnte sie beispielsweise einem tschechischen Musikwissenschaftler helfen, der Spuren eines böhmischen Musikers in Güstrow suchte. Auch eine Anfrage der russischen Botschaft zum Aufenthalt des russischen Zaren Peter I., der 1712 zu Waffenstillstandsverhandlungen im Nordischen Krieg in Güstrow weilte, erreichte das Archiv.

Einen breiten Raum nimmt die regionalgeschichtliche Forschung ein. Dabei nutzen vor allem die Güstrower Sportchronisten sowie die Chronikgruppen aus Mühl Rosin und Hoppenrade intensiv den mikroverfilmten historischen Zeitungsbestand des Stadtarchivs.

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