Güstrow : Socken und Mützen Seeleute

Selbstgestricktes übergab der Güstrower Alfred Koß an die Rostocker Seemannsmission

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10. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Selbstgestrickte Socken, Mützen, Schals und Handschuhe in bunten Farben und unterschiedlichen Größen übergab gestern der Güstrower Alfred Koß an die Rostocker Seemannsmission. Gemeinsam mit Ehefrau Marianne und zahlreichen weiteren Freiwilligen strickte der 72-Jährige in diesem Jahr was das Zeug hält. Zehn Kilogramm Wolle gingen durch die Hände der fleißigen Rentner. Es entstanden mehr als 100 Teile.

Die Güstrower Familien Koß und Schießer, Heidi Rüger, Bärbel Ott sowie die beiden Laagerinnen Helga Krambeer und Brigitte Harm haben sich seit Jahresbeginn fleißig der Handarbeit verschrieben. Alle gehören der Gruppe „Senioren für Senioren“, zu dessen Mitgliedern auch zwei ehemalige Seemänner zählen, an. „Jedes Jahr liegen im Rostocker Überseehafen zahlreiche Schiffe aus aller Welt, auch zur Weihnachtszeit. Da viele von ihnen Asiaten sind, deshalb die kalten Temperaturen nicht kennen, wollen wir ihnen etwas Gutes tun“, erklärt Alfred Koß. Der erlernte bei einem Sanatoriumsaufenthalt von einer Krankenschwester das Stricken, Hintergrund der Aktion.

Rund ein Monat reiner Zeitstunden sei in diesem Jahr bei allen Beteiligten locker zusammen gekommen, schätzt der Güstrower, dem das Wohl anderer am Herzen liegt. „Niemand von uns macht es, um sich zu bereichern, einen Verdienst haben wir nicht. Es zeigt aber einfach, dass man auch als Einzelner etwas bewegen kann“, ist Koß überzeugt. Und er ließ es sich nicht nehmen, in einem riesengroßen Wäschekorb die mehr als 100 gestrickten Teile persönlich im Rostocker Seehafen zu übergeben.

Seit 1991 packt die dortige Seemannsmission Weihnachtspäckchen für die auf Reede liegenden Seeleute. „Wir sehen das als Dankeschön, so dass alle etwas bekommen, egal, ob religiös oder nicht“, sagt Diakon Folkert Janssen, der sich über die Unterstützung von Alfred Koß und seiner Mitstreitern ganz besonders freut. „Diese Engagement ist toll und vor allem die investierte Arbeit etwas ganz Besonderes“, hebt er hervor.

Dder Aufwand, den die Güstrower Senioren betreiben, lässt sich durchaus sehen. Das Stricken begann 2010 mit 36 Teilen. Sie steigerten den Umfang von Jahr zu Jahr, so dass 2013 allein Familie Koß um die 40 Handschuhe, Mützen und Socken beisteuerte.

Da war auch die Rostockerin Ulrike Jahmel beeindruckt: „Ich finde das klasse, es wärmt das Herz und das ist zu Weihnachten das Wichtigste“, fand sie treffende Worte.

Wer jetzt denkt, dass im Hause Koß, Schießer oder Harm jetzt Ruhe einkehrt, unterliegt einem Trugschluss. „Wir legen schon wieder los und beginnen mit den Arbeiten für das kommende Jahr“, erzählt Koß.

Wer den Senioren mit Wollspenden helfen möchte oder noch Wollreste hat, ist darf diese bei Alfred Koß im Thünenweg 30 abgeben.




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